Atomwissenschaftler im Iran getötet

Blutiger Anschlag

Atomwissenschaftler im Iran getötet

Ein iranischer Professor der Atomphysik ist bei einem Bombenattentat am Dienstag in der Hauptstadt Teheran getötet worden. Nach Medienberichten war der Sprengsatz an einem Motorrad angebracht und detonierte in der Nähe des Hauses des Wissenschafters Massoud Mohammadi. Es war zunächst nicht bekannt, ob der getötete Physiker am umstrittenen Atomprogramm seines Landes mitarbeitete. Er soll 50 Jahre alt gewesen und dem iranischen Regime loyal gegenüber gestanden sein. Der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA zufolge könnten noch weitere Menschen bei der Detonation getötet worden sein.

Ein Sprecher des Teheraner Außenministeriums sagte im staatlichen Fernsehen, es gebe Anzeichen dafür, dass die USA und Israel in den Vorfall verwickelt seien. Die beiden Länder und "deren Agenten" werden häufiger vom Iran beschuldigt, in Attacken gegen das Land verstrickt zu sein, ohne dass allerdings Beweise für die Anschuldigung vorgelegt würden.

Märtyrer-Tod
Iranische Medien beschuldigten "Konterrevolutionäre", Israel und die USA, hinter dem Attentat zu stecken. Im Staatsfernsehen hieß es, der "revolutionäre Professor" sei als "Märtyrer" in einem von "Konterrevolutionären und Elementen der weltweiten Unterdrückung" verübten Anschlag getötet worden.

Nach Angaben des Teheraner Chefanklägers Abbas Jafari Dolatabadi war der getötete Atomphysiker an der Universität der Hauptstadt tätig. Festnahmen im Zusammenhang mit dem Attentat habe es noch nicht gegeben. Der Tatort im Norden Teherans wurde zur Spurensuche von der Polizei abgeriegelt. Anrainer berichteten, dass ihnen untersagt worden sei, vor Ende der Untersuchung ihre Häuser zu verlassen.

Streit eskaliert
Die USA und andere westliche Länder beschuldigen den Iran, unter dem Vorwand der zivilen Nuklearenergie nach Atomwaffen zu streben. Die sogenannten Sechser-Gespräche über das iranische Atomprogramm gehen diese Woche in die nächste Runde. Neben den fünf Veto-Mächten im UNO-Sicherheitsrat ist daran auch Deutschland beteiligt. Die Führung in Teheran hat der US-Regierung unterdessen vorgeworfen, den Streit über das iranische Atomprogramm eskalieren zu lassen. Mit scharfen Worten wies sie am Dienstag Äußerungen des US-Militärs über "Notfallpläne" für mögliche Militärschläge gegen iranische Nuklearanlagen zurück. "Das ist unverantwortlich, das Gegenteil der neuen Politik, die die neue US-Regierung verspricht, und stattdessen eine Rückkehr zu früheren Fehlern", erklärte ein Sprecher des Teheraner Außenministeriums.

Der für die Region zuständige US-General David Petraeus hatte am Wochenende gesagt, es wäre unverantwortlich, wenn sich die Militärs nicht auf eine mögliche militärische Aktion vorbereiten würden. Er nannte aber keine Einzelheiten. Im Hinblick auf stark gesicherte und teilweise unterirdische iranische Atomanlagen meinte der General lediglich, diese könnten dennoch getroffen werden.

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