19. Dezember 2009 11:52
Die Teilnehmer des Weltklimagipfels haben am Samstag dem mühsam
ausgehandelten Kompromiss zugestimmt. Die Vereinbarung blieb jedoch weit
hinter den Erwartungen zurück. Im Folgenden ein Überblick über die
wichtigsten Punkte des "Kopenhagen-Abkommens".
- Langfristige Ziele: Der weltweite Ausstoß klimaschädigender
Gase muss drastisch gesenkt werden. Die Emissionen sollen soweit
gedrosselt werden, dass die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius
beschränkt bleibt.
- Rechtliche Bindung: Im Schlussentwurf für das Abkommen
fehlt das zuvor noch genannte Ziel, im kommenden Jahr ein rechtlich
verbindliches Klima-Abkommen zu verabschieden. Daran hat vor allem die
Europäische Union (EU) heftige Kritik geübt.
- Finanzhilfen für arme Länder: Die Industrieländer
sollen bis 2020 gemeinsam jährliche Hilfen in Höhe von 100
Milliarden Dollar für die Entwicklungsländer aufbringen. Als
besonders bedürftig werden die am wenigsten entwickelten Länder,
kleine Inselstaaten und afrikanische Staaten eingestuft. Zusätzlich
zu dem langfristigen Ziel haben die EU, die USA und Japan Hilfen für
die Jahre 2010 bis 2012 in Aussicht gestellt: die EU 10,6 Milliarden,
die USA 3,6 Milliarden und Japan elf Milliarden Dollar.
- Emissionsbeschränkungen: Die Ziele sind nicht bindend. Der
im Abkommen fixierte Stand der Bemühungen reicht von "in Erwägung"
bei den USA bis hin zu "zur Gesetzgebung angenommen" für
die EU.
- Überprüfung: Die Überprüfung der
Klimaschutzbemühungen war einer der größten Streitpunkte,
vor allem weil China sich gegen internationale Kontrollen sperrte. Nach
der Vereinbarung müssen Schwellenländer ihre Maßnahmen überprüfen
und die Ergebnisse alle zwei Jahre den Vereinten Nationen (UN)
mitteilen. Einige internationale Kontrollen sind vorgesehen, um
westliche Transparenz-Standards zu erfüllen. Die Souveränität
der einzelnen Länder solle aber respektiert werden.