18. Dezember 2009 19:37
Im Tauziehen um ein Weltklimaabkommen hat es am Freitagabend einen
Durchbruch gegeben. Wie US-Diplomaten berichteten, hat sich US-Präsident
Barack Obama mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao auf
einen Kompromiss geeinigt. Auch der indische Ministerpräsident Manmohan
Singh und der südafrikanische Präsident Jacob Zuma als weitere
Spitzenvertreter der Schwellenländer tragen diese Einigung mit, hieß es.
Unterhändler aus 30 Staaten haben kurz darauf für den nächsten Durchbruch
gesorgt. Die Gruppe habe sich auf ein Abschlussdokument geeinigt, das auch
das Zwei-Grad-Ziel enthalte.
Obama hatte sich zuvor offenbar auch das Einverständnis der EU-Staaten
geholt, mit deren Vertretern er zusammengetroffen war. Dieses "sinnvolles
Abkommen" sei zwar nicht genug, um den Klimawandel zu bekämpfen, aber
ein "historischer Schritt", wurde ein US-Diplomat von der
Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Die Entwicklungsländer gaben offenbar im
Streitpunkt der Überprüfung ihrer Klimaschutzbemühungen nach und sagten zu,
ihre innerstaatlichen Maßnahmen in einer Liste festzuhalten.
Aber auch Skepsis
Ein hochrangiger US-Delegierter kritisierte am
Freitagabend in Kopenhagen das Verhandlungsergebnis aber zugleich als
unzureichend, um den Klimawandel angemessen zu bekämpfen.
Die politische Erklärung sollte politisch bindende Aussagen zu zentralen
Streitthemen der Klimakonferenz wie Emissionsgrenzen, Hilfen für
Entwicklungsländer sowie Verbindlichkeit und Überprüfbarkeit gemachter
Zusagen treffen. Der Durchbruch in den Verhandlungen wurde den US-Angaben
zufolge in einem Gespräch von US-Präsident Barack Obama mit Vertretern
Chinas und weiterer Schwellenländer erzielt. Der Text enthält US-Angaben
zufolge eine Festlegung auf das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu
begrenzen. Er muss allerdings noch vom Konferenzplenum verabschiedet werden.