04. Februar 2010 10:59
Am zweiten Tag der Warnstreiks im Öffentlichen Dienst in Deutschland ist
erstmals auch der Flugverkehr beeinträchtigt worden. Auf den Flughäfen
Düsseldorf und Köln/Bonn legten am Donnerstag frühmorgens Beschäftigte von
Abfertigung und Sicherheit die Arbeit nieder. Nach Angaben der Gewerkschaft
ver.di kam es zu Verspätungen. In vielen Städten fuhren auch keine Busse und
Bahnen.
Gesamtes Ruhrgebiet
Auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn
begannen die Warnstreiks nachts um 03.00 Uhr und dauerten bis 08.00 Uhr
morgens. Außerdem brachte ver.di nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers
im gesamten Ruhrgebiet den öffentlichen Nahverkehr bis auf wenige Ausnahmen
zum Erliegen. Auch im Großraum Düsseldorf und kurzzeitig auch in Köln fuhren
keine U-Bahnen mehr. Zudem waren Bürgerämter und Müllabfuhr vom Streik
betroffen, an dem sich laut ver.di im bevölkerungsreichsten Bundesland
Deutschland mehrere tausend Mitarbeiter von Bund und Kommunen (Gemeinden)
beteiligten.
Auch in mehreren baden-württembergischen Städten wurde der öffentliche
Nahverkehr lahmgelegt. In Stuttgart, Freiburg, Baden-Baden, Karlsruhe,
Pforzheim, Konstanz, Esslingen, Heilbronn und Ulm waren die Pendler von dem
Ausstand betroffen, wie ein Gewerkschaftssprecher mitteilte. Ein
Streikschwerpunkt war die Landeshauptstadt Stuttgart, wo nur die S-Bahn
fuhr. Teilweise blieben auch Kindergärten geschlossen oder wurde der Müll
nicht abgeholt. Zu Mittag war ein Protestzug durch die Innenstadt geplant.
22.000 Beamte im Ausstand
Die Gewerkschaft will mit den
Warnstreiks ihrer Gesamtforderung nach fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt für
die Beschäftigten beim Bund und den Kommunen Nachdruck verleihen und die
Arbeitgeber zur Vorlage eines Angebots zwingen. Das nächste Gespräch findet
am 10. Februar statt. Am Mittwoch waren zum Auftakt der Warnstreiks
bundesweit rund 22.000 Beschäftigte in den Ausstand getreten. Am Freitag
sollen die Protestaktionen unter anderem in Hessen weitergehen.
Ver.di-Chef Frank Bsirske bekräftigte im "Mannheimer Morgen" die
Tarifforderung. "In der Krise ist es unabdingbar, die private Nachfrage zu
stärken", wird der Gewerkschafter zitiert. Bsirske forderte die Kommunen
auf, Front zu machen "gegen die wahnwitzigen Steuerpläne in Berlin". Die
deutsche Regierung müsse die Kommunen entlasten, dann könnten diese auch die
Forderungen der Gewerkschaften erfüllen.