06. Jänner 2010 19:57
Angesichts neuer Kriegsgerüchte haben die iranischen Revolutionsgarden die
Abhaltung eines großen Verteidigungsmanövers in der Straße von Hormuz für
Ende Jänner angekündigt. Die heikle Lage im Nahen Osten habe die
Notwendigkeit vervielfacht, sich zur Verteidigung des Landes bereitzuhalten,
zitierte der staatliche iranische Sender Press TV am Mittwoch den
Marinekommandanten der Revolutionsgarden, Konteradmiral Morteza Saffari.
Bei dem Manöver würden verschiedene Marineeinheiten der Revolutionsgarden
neue Taktiken und Ausrüstungen unter realen Bedingungen testen, sagte
Saffari am Dienstag. Der Iran wolle damit jedem Aggressor die Botschaft
vermitteln, dass jede Verletzung seiner Landesgrenzen eine energische
Antwort der Verteidigungskräfte der Islamischen Republik zur Folge haben
werde.
"Obama plant Offensive"
Die Straße von Hormuz ist von
größter strategischer Bedeutung. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit
dem Indischen Ozean. Ein großer Teil der weltweiten Öltransporte passiert
diesen Wasserweg. Neben der Marine will auch die iranische Armee Ende Jänner
oder Anfang Februar ein Verteidigungsmanöver abhalten. Im Iran wird derzeit
über einen Militärschlag spekuliert, den die USA mit Hilfe Israels gegen die
Islamische Republik vorbereiten sollen. Der frühere malaysische
Ministerpräsident Mahathir Mohamad hat kürzlich diesen Gerüchten neue
Nahrung gegeben.
"(US-Präsident Barack) Obama plant eine Offensive gegen den Iran, mit Hilfe
seines Verbündeten, dem israelischen Regime", schrieb Mahatir nach Angaben
der amtlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA in seinem Weblog. Vorwand
für den Krieg werde das angebliche Streben des Iran nach der Atombombe sein.
Die USA würden dafür - nach dem Muster des Irak-Kriegs - "gefälschte
Beweise" für die Behauptung vorlegen, Teheran wolle einen Atomkrieg gegen
die Welt beginnen, so Mahatir Press TV wies in diesem Zusammenhang auf
britische Presseberichte hin, wonach der Iran an einem Atombombenzünder -
Urandeuterid (UD3) - forsche. US-Geheimdienstquellen hätten aber die von der
"Times" zitierten Unterlagen als Fälschung bezeichnet.