04. Dezember 2009 09:43
Nach dem Einlass eines ungebetenen Paares zu einem Dinner im Weißen Haus mit
US-Präsident Barack Obama sind drei verantwortlichen Mitarbeiter des Secret
Service entlassen worden. "Es wurde ein Fehler gemacht und wir dürfen uns
nicht einen einzigen Fehler erlauben", sagte der Direktor des für den Schutz
des Präsidenten zuständigen Secret Service, Mark Sullivan, am Donnerstag vor
dem US-Kongress zur Begründung. Er bedauere, dass an jenem Tag die
Vorschriften nicht eingehalten worden seien und das Paar ungehindert die
Sicherheitskontrollen habe passieren können. Die Ermittlungen zu dem Fall
dauerten an, sagte Sullivan.
Michaele
und Tareq Salahi war es in der vergangenen Woche gelungen, alle
Sicherheitskontrollen zu einem Abendessen zu Ehren des indischen
Ministerpräsidenten Manmohan Singh im Garten des Weißen Hauses zu passieren.
Danach hatte das Ehepaar, das laut Medienberichten auf eine eigene TV-Show
hofft, stolz Fotos von dem Abendessen präsentiert.
Ein Foto des Weißen Hauses zeigt, wie Michaele Salahi mit beiden Händen
Obamas rechte Hand ergreift und ihn anlächelt.
(c) AP
Ein Foto mit Vizepräsident Joe Biden stellten die Salahis selbst bei
Facebook ein. Die Salahis hatten allerdings beteuert, zu dem Dinner
eingeladen gewesen zu sein.
Kritik am Geheimdienst
Der amerikanische Geheimdienst ist im
US-Kongress wegen der zwei ungebetenen Gäste bei einem Staatsbankett von
Präsident Barack Obama heftig kritisiert worden. Der Abend hätte aufgrund
der Sicherheitslücke eine "Nacht des Schreckens" werden können, sagte Bennie
Thompson, der Vorsitzende des Ausschusses für innere Sicherheit im
Repräsentantenhaus. "Es gab nicht zu leugnende Planungs- und
Ausführungsfehler des gesamten Apparats des Secret Service", sagte Thompson
bei einer Anhörung am Donnerstag. Dies müsse lückenlos aufgeklärt werden.
Dazu soll auch die Verantwortliche für die gesellschaftlichen
Veranstaltungen im Weißen Haus, Desiree Rogers, vernommen werden, genauso
wie das ungebetene Paar selbst. Die Salahis wollen allerdings nicht vor dem
Ausschuss aussagen. Die Agentin des Paares erklärte, ihre Mandanten hätten
gegenüber den beiden Ausschussvorsitzenden und dem Geheimdienst schon alles
gesagt.
Der Demokrat Thompson erklärte jedoch, die Anwesenheit der beiden werde
notfalls mit einer Vorladung erzwungen. Der im Ausschuss führende
Republikaner, Peter King, kündigte an, auch Rogers vorzuladen, falls
Thompson dies nicht veranlasse. Das Weiße Haus dürfe sich nicht "einmauern",
kritisierte er die Weigerung des Präsidialamtes, Rogers aussagen zu lassen.
"Es geht bei dieser Anhörung nicht um das Stören einer Party im Weißen
Haus", sagte Thompson zu Beginn der Sitzung. Es gehe um die Sicherheit des
Präsidenten. "Wir müssen dankbar sein, dass niemand getötet wurde", sagte er
weiter. Der Fehler könne nicht auf ein oder zwei Beamte abgeschoben werden,
die ganze Planung müsse überprüft werden.
Sullivan betonte, es habe jedoch zu keiner Zeit eine Gefahr für die Gäste
oder den Präsidenten bestanden. In der vergangenen Woche etwa habe man Obama
als Zuschauer eines Baseball-Spiels beschützt, bei dem "rund um ihn 5.000
Menschen saßen", sagte der Secret-Service-Chef.