21. April 2009 22:25
Das Handy-Telefonieren, Versenden von SMS und Datenroaming im EU-Ausland
wird ab 1. Juli billiger. Das Europaparlament in Straßburg votierte am
Mittwoch mit großer Mehrheit für eine neue Roaming-Verordnung. Die
EU-Staaten hatten sich zuvor mit dem Europaparlament auf den Kompromiss
geeinigt.
Höchstens 11 Cent
Laut dem im Vorfeld erzielten Kompromiss
werden erstmals auch SMS im Ausland ab Juli EU-weit mit 11 Cent zuzüglich
Mehrwertsteuer gedeckelt. Für Datenroaming dürfen die Telekom-Betreiber
untereinander ab dann maximal 1,00 Euro pro Megabyte verrechnen. Ein Jahr
später sinkt diese Obergrenze auf 80 Cent, nach zwei Jahren auf 50 Cent.
Auch Gespräche werden billiger
Mit 1. Juli sinken außerdem
die Gebühren für Handy-Auslandsgespräche weiter. So werden ausgehende
Telefonate mit 43 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer pro Minute für den Kunden
gedeckelt. Eingehende Anrufe im EU-Ausland dürfen dann höchstens 19 Cent
kosten. Ab Juli 2010 wird die Obergrenze auf 39 bzw. 15 Cent abgesenkt, ab
2012 dürfen die Mobilfunkanbieter maximal 35 bzw. 11 Cent verrechnen. In
Österreich fallen zusätzlich 20 Prozent Mehrwertsteuer an.
Einsparungen bis zu 50 Prozent
"Europas Konsumenten können mit
Einsparungen bis zu 50 Prozent rechnen - damit rechnet sich Europa in jedem
Börsel", erklärte der frühere Chefverhandler des EU-Parlaments zu Roaming,
der ÖVP-Europaparlamentarier Paul Rübig. Auch nicht abgehörte Nachrichten
auf der Mailbox werden mit der neuen Verordnung kostenfrei, erklärte der
Abgeordnete. Eine faire Kostenabrechnung sei auch durch die beschlossene
sekundengenaue Abrechnung der Gesprächsdauer garantiert. Laut Rübig kann
sich zudem jeder Handykunde entscheiden, ob er ab Downloadkosten von 50 Euro
ein Warn-SMS erhalten will oder ob mit Erreichen dieser Grenze der
Datentransfer automatisch abgebrochen werden soll. "Das wird
Rechnungsschocks effektiv vorbeugen", so der Abgeordnete.
Auch der SPÖ-Spitzenkandidat Hannes Swoboda begrüßte die neue Regelung. Das
Paket werde Konsumenten, vor allem jungen Leuten, helfen, sagte er. Einwände
der Telekom-Betreiber, die Deckelung würde zu Einnahmeverlusten und
letztlich geringen Investitionen führen, wies er zurück. Dem stünde eine
voraussichtlich höhere Nutzung von Mobiltelefonen im Ausland gegenüber,
sagte Swoboda.