US-Höchstgericht erklärt Giftspritze für zulässig

Todesstrafe

 

US-Höchstgericht erklärt Giftspritze für zulässig

Das höchste Gericht der USA hat am Mittwoch die Verwendung der Giftspritze bei Hinrichtungen für zulässig erklärt. Damit können in den Bundesstaaten ausgesetzte Exekutionen vollzogen werden. Seit über einem halben Jahr wurde in den USA kein Mensch mehr hingerichtet.

Trotz seines Votums für die Giftspritze hat ein Mitglied des Obersten Gerichtshofs der USA die Todesstrafe als verfassungswidrig bezeichnet. Hinrichtungen seien "die zwecklose und unnötige Auslöschung von Leben", erklärte Richter John Paul Stevens am Mittwoch. Die Todesstrafe trage nur unwesentlich "zu irgendeinem erkennbaren sozialen oder öffentlichen Zweck bei", sei grausam und stehe im Widerspruch zur Verfassung.

Giftspritze angefochten
In den vergangenen Monaten hat die US-Justiz bereits einigen zum Tode verurteilten Gefangenen in verschiedenen US-Staaten einen Vollstreckungsaufschub gewährt. Mehrere Staaten setzten die Todesstrafe aus, nachdem zwei zum Tode Verurteilte aus Kentucky die Hinrichtung durch die Giftspritze vor dem Supreme Court angefochten hatten.

Grausame Strafe
Ihre Anwälte argumentieren, der verwendete Giftcocktail verursache unnötige Schmerzen und stelle damit eine grausame und ungewöhnliche Strafe dar, die nach der US-Verfassung verboten ist. Die Höchstrichter befanden nun, die Hinrichtungsart verstoße nicht gegen das Verbot "grausamer und unüblicher" Strafen.

3 Gifte wirken
Die 1977 eingeführte Todesspritze besteht aus drei Chemikalien: die erste betäubt den Hinrichtungskandidaten, die zweite lähmt seine Muskulatur, die dritte schließlich bringt das Herz zum Stillstand. Verläuft die Injektion planmäßig, wird der Verurteilte rasch bewusstlos und stirbt binnen weniger Minuten.

Wird aber die erste Chemikalie nicht richtig verabreicht, können die beiden anderen Wirkstoffe zu furchtbaren Qualen und einem regelrechten Todeskampf führen. Mehrere Hinrichtungen, bei denen genau dieser Fall eintrat, lösten weltweit Entsetzen aus.

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