15. Oktober 2008 11:37
Der Präsident Friaul Julisch Venetiens, Renzo Tondo, wird beim Begräbnis des
Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider am Samstag das friulanische Wappen
tragen, doch dieser Beschluss sorgt für politischen Streit in der
norditalienischen Region. Die oppositionelle Mitte-links-Formation
"Demokratische Partei" (PD) protestiert gegen Tondo.
"Das Wappen repräsentiert die ganze Region. Jegliche Anerkennung eines
Politikers, der falsche Antworten auf die Ängste der Globalisierung gegeben
hat und nostalgische Fantasien einer tragischen Vergangenheit hegte, ist
unangebracht und überschreitet die Grenzen des Mitleids für den vorzeitigen
Tod eines Menschen", sagte der Sekretär der PD-Fraktionsgruppe im Senat,
Carlo Pegorer.
Streit um politische Ideen Haiders
"Das Mitgefühl für den
plötzlichen und tragischen Tod eines Menschen ist unbestreitbar. Eine andere
Sache ist aber die politische Bewertung der Ideen, der Werte und der Politik
des Kärntner Landeshauptmannes, die gegen die europäische Integration
waren", so Pegorer.
Der Oppositionspolitiker warnte, dass Haiders Begräbnis sich in eine
Versammlung rechtsextremer Parteien aus ganz Europa umwandeln könnte, die
Ausländerfeindlichkeit und eine ultranationalistische und anti-europäische
Ideologie propagieren. Auch Pegorers Parteikollege und Ex-Präsident des
friaulischen Regionalrats, Alessandro Tesini, kritisierte Tondo. "Er darf
das Wappen nicht zu Haiders Begräbnis tragen, weil er es einfach nicht
besitzt", so Tesini.
Tondo verteidigte seinen Beschluss
"Die Polemik um das Wappen
ist einfach dumm. Hier geht es nicht nur um das Begräbnis eines Parteichefs,
sondern um jenen des Landeshauptmanns einer mit Friaul grenzen Region.
Sowohl die Mitte-links-, als auch die Mitte-rechts-Regierungen in Friaul
hatten optimale Beziehungen zu Haider, mit dem wir den Weg zur Bildung der
Euroregion unternommen haben. Daher werde ich mit dem Wappen Friauls am
Begräbnis teilnehmen", so Tondo.