06. Dezember 2009 22:03
ÖSTERREICH: Wie sieht der ideale Verkehr 2020 aus?
Niki Berlakovich: Meine Vision ist ein Österreich, das einen
starken öffentlichen Verkehr hat und neue Ideen der Mobilität umsetzt. Dass
man vielleicht nicht mehr einen Pkw besitzt, sondern sich je nach
Mobilitätswunsch einen Wagen zukauft – man kauft sich zum Beispiel Mobilität
nach Tirol, dann ist man in der Stadt und nimmt sich dort ein Elektroauto.
Auch alternative Antriebstechniken sollen viel mehr Platz haben, wie
Elektromobilität oder alternativ betriebene Motorräder und auch Fahrräder.
ÖSTERREICH: Wie werden wir im Jahr 2020 wohnen?
Berlakovich: Nur mehr energieeffiziente Gebäude bauen ist die
Vision. Wo die Häuser für sich je einzelne Kraftwerke sind – also Energie
sparen und effizient einsetzen.
ÖSTERREICH: Ernähren wir uns 2020 anders?
Berlakovich: Das Ziel ist, dass wir in der Landwirtschaft weiter
gentechnikfrei sind und mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln die Tische
decken. Ziel muss eine ausgewogene Ernährung sein, auch Fleisch ist hier ein
Bestandteil – aber mit einer starken Obst-Gemüse-Komponente.
ÖSTERREICH: Wie sieht der ideale Urlaub 2020 aus?
Berlakovich: Es soll ein ökologischerer Urlaub sein. Wenn wir
heute Flugzeuge testen, die gasbetrieben und mit alternativen Techniken
ausgestattet sind, dann kann der zukünftige Urlaub einer sein, der in
Einklang mit der Natur steht und auch einmal in ferne Länder geht, aber eben
auch mit ökologischen Aspekten. Und natürlich müssen wir Österreich so
intakt halten, dass es als Tourismusland weiterhin höchste Attraktivität
besitzt.
ÖSTERREICH: Woher bekommen wir 2020 unsere Energie?
Berlakovich: Ich möchte, dass wir weiterhin kernenergiefrei sind
und 2020 auf einem guten Weg zu einem energieautarken Österreich sind – mit
34 Prozent erneuerbarer Energie als wichtigem Zwischenziel. Meine Vision
ist, dass wir zu 100 Prozent die Energie in Österreich erzeugen.
ÖSTERREICH: Wie sollte die Industrie 2020 arbeiten?
Berlakovich: Eine kohlenstoffarme energieeffiziente Industrie, die
erfolgreich ist und die sehr stark auf Umwelttechnologie und Green
Technology setzt – und damit zusätzliche Green Jobs in Österreich schafft.
ÖSTERREICH: Wann ist der Gipfel in Kopenhagen ein Erfolg?
Berlakovich: Ich bin heute optimistischer als noch vor ein paar
Wochen. Damals war die EU die einzige Region, die ein Verhandlungsangebot
vorgelegt hat. Wir EU-Umweltminister haben in aller Welt Stimmung gemacht,
offenbar mit Erfolg. Nun haben auch die USA, China, Indonesien, Brasilien
und Südkorea Ziele auf den Tisch gelegt. Das Ziel ist ein völkerrechtlich
verbindliches Abkommen, realistischerweise erwarte ich politisch
verbindliche Reduktionsziele von 192 Staaten. Und dass wir auch einen Plan
aufstellen, wie der Klimaschutz finanziert werden kann.