15 Familienautos im Test
Welche Autos stellen Familien zufrieden?
Steffan Kerbl (
Fazit der Tester: Werbung hinterfragen - was ist "familienfreundlich"?
Diese Erkenntnisse hat der Test gebracht: Es gibt viele Fahrzeuge, die für Familien in Frage kommen, wobei die benötigte Anzahl an Kindersitzen einen großen Unterschied machen kann. Und nicht jeder Kindersitz passt in jedes Auto, obwohl die Mehrheit der neuen Fahrzeuge über Isofix- und Top-Tether-Verankerungen verfügen. Weiters stimmt das familienfreundliche Bild, das die Autowerbung vermitteln will, nicht immer mit den Erfahrungen in der Praxis überein. "Um herauszufinden, welches Auto wirklich passt, sollte man eine Testfahrt mit der ganzen Familie machen und alle notwendigen Kindersitze gleich mitbringen", empfiehlt daher der Techniker. Und es gibt nicht nur Verbesserungspotenzial an den Fahrzeugen selbst - manche Bedienungsanleitungen sind für technische Laien schwer verständlich.
Das sollte man vor dem Kauf eines Familienautos wissen
Das Prädikat "familienfreundlich" in den Autowerbungen bezieht sich augenscheinlich nicht auf die Anzahl der Kinder. Die Praxis zeigt: Nur Großraumlimousinen - wie beispielsweise in diesem Test der Peugeot 807 - bieten wirklich angenehm Platz für drei Universal-Kindersitze in der zweiten Reihe. Für größere Kinder kann auch ein Sitzerhöher zwischen zwei Kindersitzen verwendet werden, der weniger Platz in Anspruch nimmt.Faustregel für die Wahl eines Familienautos: Ist das Fahrzeug eher hoch gebaut, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass drei Kindersitze auf der Rücksitzbank gut montiert werden können. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte den Sitz unbedingt probeweise einbauen.
Bei einigen Autos ist die Verwendung von Kindersitzen an einzelnen Plätzen per Bedienungsanleitung sogar untersagt. In der Werbung kommt das natürlich nicht vor. Daher ist es ratsam, dass man nicht nur beim Händler genau nachfragen, sondern auch die Betriebsanleitung vor dem Autokauf liest. Generell zeigte der Test weitere Sachzwänge auf, die beim Transport von Kindern im Auto und somit beim Autokauf beachtet werden müssen: Beifahrerairbag und rückwärtsgerichteter Sitz, Kindersitz mit Stützbein auf Fahrzeugboden mit Staufach, Zulassung von Isofix-Kindersitzen für das jeweilige Fahrzeug.
So genannte "Sieben-Sitzer" entpuppen sich oftmals als serienmäßige "5 plus 2-Sitzer", deren dritte Sitzreihe nur gegen Aufpreis lieferbar ist. Bei Sitzen in der dritten Reihe kommt es bei der Montage von Kindersitzen oft zu Problemen.
Den Autoherstellern erwachsen aus diesem Testergebnis einige Hausaufgaben. Bedienungsanleitungen müssen einfach und klar verständlich sein - bei den getesteten Fahrzeugen war das oftmals nicht der Fall. Entweder Werbung präzisieren oder Fahrzeuge verbessern. Ein Auto, das in Prospekten und Werbespots als familienfreundlich angepriesen wird, sollte über mehr als zwei Sitzplätze verfügen, die sich für den Kindertransport eignen, und gute zugängliche Isofix- und Top-Tether-Verankerungen haben.