Mit Biotreibstoff

Auch Nissan bringt Brennstoffzellenautos

19.06.2016

Japaner bringen auf der Suche nach dem Auto der Zukunft neue Idee ins Spiel.

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© Nissan
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Kurz nachdem Mercedes für 2017 sein neues Brennstoffzellenauto GLC F-Cell angekündigt hat, bringt auf der Suche nach dem Auto der Zukunft nun auch Nissan eine neue Idee ins Spiel: Der japanische Autokonzern will Brennstoffzellenautos bauen (oben ist die Studie IDS zu sehen), bei denen der für den Antrieb nötige Wasserstoff aus Biokraftstoff gewonnen wird. Die ersten Wagen sollen zu den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2020 auf den Markt kommen, teilte Nissan mit.

Reichweite wie Benziner
Den Angaben zufolge sollen die Autos mit Ethanol betankt werden, das aus biologischen Grundstoffen - etwa Zuckerrohr oder Mais - hergestellt ist. Aus dem Ethanol soll dann Wasserstoff für die Brennstoffzelle gewonnen werden, die den Strom produziert, mit dem das Auto fährt. Im Gegensatz zu klassischen Elektroautos sollen die Wagen laut Nissan eine Reichweite haben, die mit Benzinern vergleichbar ist. Wie bereits verfügbare Modelle von anderen Herstellern zeigen, stimmt das auch. 500 Kilometer kommt man problemlos. Zudem dauert der Tankvorgang mit rund drei Minuten kaum länger, wie bei Autos mit Verbrennungsmotoren.

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Bei Nissan wird Bioethanol in einem innovativen System zunächst in Wasserstoff und dann in elektrische Energie umgewandelt.

Laut Nissan völlig CO2-neutral
Brennstoffzellenautos gibt es schon länger, allerdings sind Modelle wie Toyota Mirai, Honda Clarity FC und Hyundai ix35 FCEV recht teuer, nicht überall verfügbar und es gibt nicht viele Wasserstofftankstellen. Zudem wird der Wasserstoff in aller Regel aus fossilen Energieträgern gewonnen. Nissan bewirbt sein Projekt hingegen damit, es sei CO2-neutral: Das beim Autofahren freigesetzte Kohlendioxid werde dadurch ausgeglichen, dass die für den Biokraftstoff verwendeten Pflanzen das Treibhausgas während ihres Wachstums aufnehmen.

Den Konzernangaben zufolge sollen Unternehmen und Verbände die neuartigen Autos ab 2020 kaufen können. Privatkunden sind erst später an der Reihe.

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