Absolutes Luxus-SUV

Rolls-Royce greift mit dem Cullinan an

11.05.2018

Nun bekommt der Bentley Bentayga seinen ersten echten Gegner.

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© Rolls Royce / BMW Group
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Mittlerweile haben fast alle Luxus- bzw. Sportwagen-Hersteller auch große SUVs im Programm – siehe u.a. Porsche Cayenne , Maserati Levante , Lamborghini Urus  oder Jaguar F-Pace . In Kürze dürften auch  noch Maybach (Ultimate Luxury ), Aston Martin (Varekei ) und Ferrari (Sport-SUV ) hinzukommen. Das einzige echte Luxus-SUV hat derzeit aber nur Bentley mit dem Bentayga im Handel. Doch damit ist bald endgültig Schluss. Denn nun hat Rolls-Royce endlich die Serienversion seines schon lange angekündigten Cullinan offiziell präsentiert. Natürlich will die britische BMW-Tochter auch in dieser Klasse alle Ansprüche ihrer solventen Kundschaft voll und ganz erfüllen.

>>>Nachlesen: Rolls Royce greift mit SUV "Cullinan" an

Das macht schon die Modellbezeichnung klar. „Der Name Cullinan hat sich bereits mit dem Start des Entwicklungsprojektes vor einigen Jahren etabliert“, erläutert Torsten Müller-Ötvös, CEO von Rolls-Royce. Der Name passt jedenfalls zum Anspruch der Marke. Beim 1905 entdeckten Cullinan-Diamant handelt es sich um den größten lupenreinen Diamant, der je gefunden wurde.

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Design

Über Design lässt sich zwar nicht streiten, doch als echte Augenweide geht der 5,34 m lange, 2,16 m breite und 1,83 m hohe Cullinan nicht gerade durch. Wie der Bentayga wirkt auch dieses Luxus-SUV eher schwerfällig und etwas krampfhaft. Dennoch sieht es genauso aus, wie ein Rolls-Royce-SUV auszusehen hat. Das Auto kommt relativ kantig daher, besitzt gegenläufig öffnende Türen und steht auf extrem großen Rädern. Konkret sind es 22 Zöller. Die Front wird vom aufrecht stehenden Grill und den horizontal angeordneten Laser(!)-Scheinwerfern geprägt. Und natürlich darf auch die berühmte „Spirit of Ecstasy“ auf der Motorhaube nicht fehlen. Wie bei den Limousinen kann die "Emiliy" auch beim SUV versenkt und so vor Diebstahl geschützt werden.

Cockpit

Im Innenraum erfüllt der Cullinan dann alle Erwartungen. Das SUV dürfte zwar meistens von einem Chauffeur gesteuert werden, dennoch geht es auch im Cockpit äußerst luxuriös zu. Das imposante Armaturenbrett ist in zwei Ebenen unterteilt. Während der obere Teil mit Leder bezogen ist, ziert den unteren exquisites Holz. Das dreispeichige Multifunktionslenkrad ist mit diversen Bezügen und Materialien erhältlich. Dahinter sitzt ein volldigitales Kombiinstrument, das jedoch klassische Analog-Rundanzeigen einspielt. Die Mittelkonsole wird vom großen Touchscreen geprägt, den der Fahrer ganz an seine persönlichen Vorlieben anpassen kann. Als weiteres Bedienelement steht der sogenannte "Everywhere"-Knopf zur Verfügung. Dieser ist griffgünstig hinter dem runden Automatik-Wählknopf platziert und steuert die Allrad-Fahrmodi wie Schnee, Sand, Matsch etc. Unterhalb des Touchscreens sind noch zwei runde Lüftungsdüsen und die separat ausgeführte Steuereinheit der Klimaautomatik angeordnet. Ein weiteres Highlight befindet sich noch im oberen Teil des Armaturenbretts auf der Beifahrerseite. Dort sitzt die klassische Analoguhr mit mechanischem Stellwerk. Moderne Features wie Head-up-Display, vier Kameras für einen 360-Grad-Rundumblick, induktives Smartphone-Laden oder Online-Anbindung sind ebenfalls mit an Bord. Die Sitze sollen tollen Langstreckenkomfort und ausreichend Seitenhalt bieten. Das feine Leder, mit dem fast der gesamte Innenraum tapeziert ist, steht natürlich in zahlreichen Farben bzw. Farbkombinationen und Materialbeschaffenheiten zur Verfügung. Hier sind dem persönlichen Geschmack kaum Grenzen gesetzt  - das nötige Kleingeld vorausgesetzt.

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Luxus pur im Fond

Im Fond ist dann so richtig klotzen statt kleckern angesagt. Hier haben die Kunden die Wahl zwischen einer durchgehenden (3er-)Sitzbank oder zwei Einzelsitzen. Entscheidet man sich für Letztere, herrscht absolutes First-Class-Feeling. Die feudalen Sitze sind nicht nur vielfach verstell-, belüft- oder beheizbar, sondern verfügen auch über eine Massagefunktion und können fast zu Liegesitzen umgewandelt werden. Zwischen den beiden Einzelsitzen gibt es eine breite Konsole inklusive Kühlfach, ausziehbaren Champagner-Becher-Halter und diversen Bedienelementen. Dass Elemente wie Lenkrad, Size, Armlehnen oder Türauflageflächen beheizt sind, kennt man auch aus anderen Luxusautos. Der Cullinan setzt hier aber noch einen drauf. Auf Wunsch werden im Rolls sogar die C-Säulen auf Knopfdruck erwärmt. Um bei Bedarf die gewünschte Privatsphäre zu gewährleisten, sind Gepäckabteil und Fahrgastzelle per Glaswand voneinander getrennt. Auf Wunsch kann das Fondabteil auch zu einem fahrenden Büro bzw. Kino- oder Konzertsaal aufgerüstet werden. Highend-Soundsystem, WLAN-Hotspot und große Bildschirme auf den Rücklehnen der Vordersitze machen es möglich.

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Technik und Antrieb

Als Treibwerk kommt der aus dem Phantom bekannte BiTurbo-V12 mit 6,75 Liter Hubraum zum Einsatz. Während dieser in der Limousine seine 571 PS und 850 Nm Drehmoment an die Hinterräder weiterleitet, verteilt er seine Kraft im Cullinan auf alle vier Räder. Für ein gewisses Maß an Agilität sollen die extrem steife und vergleichsweise leichte Aluminium-Spaceframe-Plattform und die Allradlenkung (mitlenkende Hinterräder) sorgen. Das serienmäßige Luftfahrwerk ist mit einer Kamera in der Windschutzscheibe vernetzt. Sie scannt im Voraus die Straße und passt das Fahrwerk dann blitzschnell auf die jeweilige Straßenbeschaffenheit an. Dass soll nicht nur für einen beeindruckenden Fahrkomfort auf der Straße sorgen, sondern auch im Gelände echte Vorteile bringen. Wir können uns zwar nicht vorstellen, dass ein Cullinan-Besitzer querfeldein fährt, er könnte aber, wenn er wollte. So messen spezielle Sensoren ständig, ob ein Rad an Traktion verliert. Ist das der Fall, wird es automatisch nach unten gedrückt. Zudem verspricht Rolls-Royce, dass der Cullinan das Luxus-SUV mit der höchsten Watttiefe ist. Bei Wasserdurchfahrten seien mit dem Cullinan 540 Millimeter Tiefgang möglich. Das darf wohl auch als Kampfansage an den Range Rover  verstanden werden. Zu den aktiven Sicherheitsfeatures zählen u.a. adaptiver Abstandsregeltempomat mit Lenkeingriff, Notstopp-Assistent, Nachtsichtassistent mit Personen- und Wildtiererkennung sowie ein Kreuzungsassistent.

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Gag im Kofferraum

Der Kofferraum dient natürlich auch im Cullinan in erste Linie als Gepäckablage. Mit 555 bis 1.930 Litern bietet er auch ordentlich Platz. Wenn man auf die oben erwähnte Trennwand ("Privacy Cover") verzichtet, steigt das Basisvolumen sogar auf 600 Liter. Rolls-Royce hat sich aber noch einen besonderen Gag einfallen lassen. Dieser ist den Picknick-verliebten Engländern geschuldet. Wie beim Bentayga oder beim Mini Countryman gibt es auf Wunsch nämlich eine Ausklappvorrichtung. Doch während Bentley und Mini „nur“ auf eine vergleichsweise einfache Sitzbank setzen, bietet der Cullinen zwei elektrisch ausfahrbare Campingsitze mit kleinem Tischchen dazwischen.

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Verfügbarkeit

Rolls-Royce vergönnt Bentley noch eine kleine Verschnaufpause. Der Cullinan kommt nämlich erst Anfang 2019 in den Handel. Preise wurden noch nicht verraten. Hierzulande wird sich unter 400.000 Euro aber wohl nichts abspielen.

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