Deutliches Absatzplus

SUVs boomen in Österreich wie nie

13.12.2011


Vor allem die kompakten "Geländewagen" liegen hierzulande voll im Trend.

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© Audi
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Obwohl die Spritpreise steigen, werden mehr PS-starke Autos und Geländewagen zugelassen. Heuer sind in Österreich bereits doppelt so viele SUVs (Sport Utility Vehicles) verkauft worden wie 2005. Auch habe der überdurchschnittliche Anstieg des Dieselpreises die Österreicher nicht daran gehindert, weiter mehrheitlich Diesel-Fahrzeuge zu kaufen. Kritik an diesem Trend kommt naturgemäß vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

Mehr SUVs als je zuvor verkauft
Heuer sind laut VCÖ-Analyse mehr SUV verkauft worden als je zuvor, nämlich 48.414, das sind um 7.360 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der verkauften Kleinwagen sei hingegen zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen.

Einseitige Kritik
Der hohe Anteil von SUV sei nicht nur für den Spritverbrauch sondern auch für die Verkehrssicherheit "unerfreulich", so VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen: "Crashtests in Deutschland haben jüngst gezeigt, dass große SUV besonders gefährliche Unfallgegner sein können". Laut Unfallforschern seien mehr als 40 SUV-Modelle "der gefährlichen Kategorie" zuzuordnen - bei Unfällen verursachen sie in den anderen Pkw besonders häufig Verletzte bzw. Tote. Der Grund: Das Verletzungsrisiko der Pkw-Insassen steigt mit der Bodenfreiheit und dem Gewicht der Fahrzeuge an.

Dass moderne SUVs bei Crashtests bei der Insassensicherheit jedoch immer hervorragend abschneiden, dank der erhöhten Sitzposition einen guten Überblick über das Verkehrsgeschehen bieten , auch für ältere Menschen einfach zu entern sind und dank Allradantrieb (wenn vorhanden) bei Glätte oder Nässe mehr Sicherheit bieten, erwähnt der VCÖ hingegen nicht. Außerdem verbrauchen Kompakt-SUVs kaum mehr als herkömmliche Kompaktautos. Manche Modelle (Mazda CX-5 , BMW X1 , VW Tiguan , Skoda Yeti , Audi Q3 ) trumpfen bereits mit einem Normverbrauch von rund fünf Litern pro 100 km auf.

Österreich ist Dieselland
In Österreich werden prozentual gesehen mehr Dieselautos verkauft als im Rest der Welt. Die Zahl der neuen Diesel-Pkw nahm heuer um 16,2 Prozent von 155.708 auf 180.904 zu, die Zahl der neu gekauften Benzin-Pkw sank dagegen um 0,8 Prozent. Dabei ist Diesel um 15 Cent teurer geworden, Benzin um 7,5 Prozent.

Autos haben mehr PS
Auch haben Österreicher bei PS-starken Fahrzeugen gerne zugegriffen: Die Pkw mit mehr als 89 kW (121 PS) haben um 19,2 Prozent zugelegt, die Zahl der Pkw mit weniger als 67 kW (91 PS) hat um 6,7 Prozent abgenommen. Insgesamt wurden in den ersten elf Monaten 332.787 Pkw in Österreich neu zugelassen - mehr als im gesamten Jahr 2010 als es 328.563 waren. Rasmussen rechnet für heuer mit 353.000 Pkw-Neuzulassungen und gratuliert den Autohändler zu ihrem "erfolgreichsten Jahr".

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