Erleichterungen
Bürokratie-Abbau in Österreich: Die aktuelle Lage
20.04.2026Das erste Bürokratie-Abbau-Paket bringt einige Erleichterungen. Ein zweites Paket muss folgen.
Österreichische Betriebe müssen unverhältnismäßig viel Zeit und Geld auf bürokratische Aufgaben aufwenden. Das bremst nicht nur das einzelne Unternehmen, sondern auch das gesamte Land als Wirtschaftsstandort. Schon lange setzt sich die Wirtschaftskammer für einen Bürokratie-Abbau ein. Die aktuelle Regierung zeigt nun ernsthaftes Interesse, tatsächlich etwas zu ändern.
Was Bürokratie-Abbau bedeutet
- Einfachere Verfahren
- Raschere Genehmigungen
- Weniger und gezieltere Melde- und Berichtspflichten
- Keine unnötigen Mehrfachmeldungen, wo den Behörden die Informationen bereits vorliegen
- Inflationsangepasste Schwellenwerte, damit nicht immer mehr Kleinbetriebe zu verschärften Bilanzierungs- und Berichtspflichten genötigt werden
- Kein Gold-Plating, das der Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe schadet
Das 1. Bürokratie-Abbau-Paket
Am 3. Dezember 2025 präsentierte die Bundesregierung das erste Bürokratie-Abbau-Paket mit 113 Punkten, das bereits viele Forderungen der Wirtschaft enthält. Zum Beispiel:
- Höhere Buchführungsschwellen: Dadurch dürfen mehr kleine Unternehmen eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung durchführen.
- Erweiterte Grace-Period von drei auf fünf Jahre: Das bedeutet eine längere „Schonfrist“ bei Betriebsnachfolgen, bevor die Keule an Vorschriften zuschlägt.
- Einfachere, flexiblere Regeln für Registrierkassen und die Belegerteilung (digitale Belege, Kalte-Hände-Regel, vereinfachte Erfassung von Warengruppen)
- Beschleunigung von Genehmigungen, angefangen von PV-Anlagen und E-Ladestationen bis hin zu Betriebsanlagen
Aus Ankündigungen müssen Gesetze werden
Auch wenn dieses Paket ein erster wichtiger Schritt war, braucht es jetzt eine zügige Umsetzung, damit die Entlastung rasch bei den Unternehmen ankommt. Für einige Punkte ist der Gesetzesprozess schon in Gang gesetzt und das Wirtschaftsministerium hat bereits einige Forderungen positiv erledigt. So können seit Februar 2026 Gewerbeanmeldungen rasch und einfach über den GISA-Express online erledigt werden. Auch rund um die Registrierkassen gibt es Erleichterungen. Doch andere Ministerien lassen noch auf sich warten: So braucht es in den Bereichen Steuerrecht und Sozialpolitik deutlich mehr Tempo.
Die WKO bleibt dran
Die Wirtschaftskammer setzt sich dafür ein, dass die angekündigten Maßnahmen rasch umgesetzt werden und hat bereits eine Liste mit zahlreichen Vorschlägen für ein zweites Bürokratie-Abbau-Paket erstellt. Lesen Sie mehr darüber hier.