2009/10: EVN erwartet stabiles EBIT bei leichtem Umsatzplus

10.12.2009

Der niederösterreichische Versorger erwartet für das seit Oktober laufende Geschäftsjahr 2009/10 ein stabiles operatives Ergebnis (EBIT) bei einem leichten Umsatzplus. 2008/09 hatte sich das EBIT um 5,2 % auf 175,2 Mio. Euro verbessert, während das Nettoergebnis um 4,8 % auf 177,9 Mio. Euro nachgab, wie schon seit voriger Woche bekannt ist. Die Dividende hält die EVN mit 0,37 Euro je Aktie auch für 2008/09 stabil.

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Das EBITDA stieg um 3,1 % auf 373,4 Mio. Euro. Die Umsätze nahmen um 13,8 % auf 2,727 Mrd. Euro zu. Durch den konjunkturbedingten Rückgang der Wirtschaftsleistung habe sich die gesamte Stromnachfrage massiv reduziert, zudem sei 2008/09 die Witterung in Österreich und Mazedonien mild gewesen. Infolge der relativ stabilen Kundenstruktur in Niederösterreich und Südosteuropa sind die Absatzrückgänge für die EVN aber niedrig ausgefallen.

Auch 2009/10 wird das Finanzergebnis aufgrund der unverändert niedrigen Ergebnisbeiträge der im Primärenergiebereich tätigen Beteiligungsunternehmen auf dem Niveau der abgelaufenen Periode bleiben, heißt es im Ausblick. Dennoch wird eine Fortsetzung der attraktiven Dividendenpolitik angestrebt.

2008/09 konnte eine höhere Dividendenzahlung der Verbundgesellschaft - an der die EVN 13 % hält - die Belastungen im Beteiligungsergebnis der EVN durch sinkende Ergebnisbeiträge der at-equity einbezogenen assoziierten Unternehmen - besonders jene der RAG (Rohöl-Aufsuchungs AG) mit knapp über 50 % EVN-Anteil - nicht ausgleichen. Deshalb reduzierte sich das Beteiligungsergebnis um 31,4 % auf 94 Mio. Euro.

Stromverkauf an Endkunden stieg auch in Rezession

Den Stromverkauf an Endkunden konnte die EVN 2008/09 um 0,9 % auf 19.541 GWh steigern, der Gasverkauf an Endkunden ging aber deutlich zurück um 9,7 % auf 6.102 GWh. Beim Wärmeverkauf an Endkunden erzielte man +15,7 % auf 1.576 GWh.

Die eigene Stromerzeugung des Versorgers schrumpfte 2008/09 um 13,6 % auf 3.477 GWh (dabei in Wärmekraftwerken -18,8 % auf 2.211 GWh und aus erneuerbarer Energie -2,5 % auf 1.267 GWh). Damit konnten vom gesamten Stromverkauf an Endkunden diesmal nur 51,4 % aus der Eigenproduktion abgedeckt werden (Vorjahr: 60,9 %); in Bulgarien und Mazedonien betrug der Eigendeckungsgrad wegen der dort nur gering vorhandenen Erzeugungskapazitäten nur 17,8 (20,8) %. Mittelfristig will die EVN auf Konzernebene 40-60 % des Stromabsatzes aus eigener Erzeugung bzw. Strombezugsrechten generieren. In Südosteuropa sollen dazu schrittweise Produktionskapazitäten aufgebaut werden.

Vom gesamten EVN-Umsatzplus 2008/09 von 13,8 % oder 330 Mio. Euro auf 2,727 Mrd. Euro entfiel auf das Segment Energie ein Umsatzanteil von 2,459 Mrd. Euro, ein Zuwachs von 12,7 % oder 277 Mio. Euro. Dieses Plus sei im wesentlichen auf Mengensteigerungen im Stromabsatz in Mazedonien im Zusammenhang mit der Reduktion von Netzverlusten zurückzuführen.

Die Business Unit Südosteuropa steigerte den Umsatz um 16,5 % auf 878,7 Mio. Euro, das EBIT gab aber um 57,1 % auf 7,1 Mio. Euro nach. Vor Ertragssteuern fiel hier ein Verlust von 18,4 Mio. Euro an, nach einem Minus von 6,3 Mio. Euro im Jahr davor. Die Investitionen in Südosteuropa sanken um 31,6 % auf 104,8 Mio. Euro, im gesamten EVN-Konzern wuchsen sie 2008/09 aber leicht um 4,6 % auf 362,2 Mio. Euro.

Der Mitarbeiterstand des EVN-Konzerns sank im Berichtszeitraum um 4,3 % auf 8.937 (9.342). Dabei stieg er in Österreich um 3,8 % auf 2.563 (2.468) und sank im Ausland um 7,3 % auf 6.374 (6.874).

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