Mega-Wirbel um Laura

Benko-Stiftung heute vor Gericht: Millionen-Deals vor dem Crash!

18.05.2026

Heute ist Showdown vor Gericht um die Laura Privatstiftung. Kurz vor der Insolvenz wurden mehrere Innsbrucker Luxus-Immobilien zu Geld gemacht.

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© APA/EXPA/ JOHANN GRODER
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Heute kommt es am Landesgericht in Innsbruck zum großen Showdown im Fall des Immo-Spekulanten René Benko: Es geht um die Laura Privatstiftung, von der Gläubiger insgesamt 1,7 Milliarden Euro zurückhaben wollen. Ob alle Forderungen anerkannt werden, ist fraglich. Riesenwirbel gibt es jetzt um die Insolvenzverwalter. Laut News könnten diese sich selbst prüfen, wie das Magazin berichtet.

Unfassbare Vorgänge vor dem Crash

Es sind unfassbare Vorgänge, die tiefen Einblick in das finale Bröckeln des Benko-Imperiums gewähren. Am 11. März 2026 zog die Innsbrucker „Laura Privatstiftung“, der einstige österreichische Vermögensbunker von René Benko, die Reißleine und meldete Insolvenz an.

Denn im Jänner hatte ein internationales Schiedsgericht der Stiftung Forderungen von astronomischen rund einer Milliarde Euro aufgebrummt! Da in der Stiftung aber nur noch Vermögenswerte von rund 300 Millionen Euro lagen, blieb nur der Gang zum Konkursrichter. 

Blitz-Abverkauf in der Innsbrucker City

Das Brisante: In den Wochen zwischen dem Urteil im Jänner und dem Pleite-Antrag im März kam plötzlich hektische Bewegung in das stolze Innsbrucker Zinshausportfolio der Stiftung. Mehrere Tiroler Unternehmer schlugen bei Prachtbauten in der Innenstadt (u.a. Museumstraße, Adamgasse) zu. Das Gesamtvolumen der Last-Minute-Deals: deutlich über 30 Millionen Euro, wie News berichtet.

Dieselbe Kanzlei in Doppelrolle

So richtig brisant wird es bei den beteiligten Juristen. Die Millionen-Verkäufe im Februar wurden von der Innsbrucker Kanzlei Ullmann, Geiler und Partner (UGP) anwaltlich begleitet und zwar im Interesse der Käufer!

Nur wenige Wochen bestellte das Insolvenzgericht ausgerechnet Kanzlei-Partner Stefan Geiler und Kollegen zu den Masseverwaltern der Stiftung.

Das Kanzlei-Dilemma: Als Insolvenzverwalter müssen die Anwälte jetzt prüfen, ob die Immobilien kurz vor dem Crash zu billig verscherbelt wurden und rückabgewickelt werden müssen. Heißt im Klartext: Die Kanzlei muss nun Verträge kontrollieren, die sie selbst zuvor für die Käufer ausgearbeitet hat!

Kurioser "Rabatt" nach der Pleite

Geiler betont auf Anfrage, man habe dem Gericht die Involvierung vorab offengelegt und für Prüfungen könne ein Sonderverwalter bestellt werden. Dennoch bleibt ein schiefes Licht: Ein Deal (Museumstraße 9-11) wurde erst nach der Insolvenzeröffnung rechtswirksam, schreibt News.

Der Vertrag wurde nachträglich geändert, sodass der Kaufpreis von 15 Millionen Euro plötzlich ohne Umsatzsteuer ausgewiesen wurde.

Unterschrieben wurde das von einem der Masseverwalter – in seiner Rolle als Käufer-Anwalt. Intern war das Gebäude 2023 noch mit 17,2 Millionen Euro bewertet worden. Ein echtes Schnäppchen!

Heute ist der Showdown vor Gericht. Wie die Gläubiger auf dieses Doppelspiel reagieren, zeigt sich nun. Bei der ersten großen Gläubigerversammlung am Insolvenzgericht Innsbruck wird mit massivem Zunder gerechnet.

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