Deja vu für die Bayerische Landesbank

14.12.2009

Für die Bayerische Landesbank ist ein Notausstieg aus Banken im Ausland keine erstmalige Erfahrung. Schon der Rückzug aus der damals schon lang kriselnden BAWAG 2004 war kein "Geschäft" für die Landesbanker aus München. In Kroatien hat sie bereits eine Bank um einen Dollar an den Staat zurück geben müssen. Der Ausflug ins Geschäft mit Ramschpapieren aus den USA hat voriges Jahr die Bankspitze aus dem Amt katapultiert.

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In ihren Auslands-Engagements hatte die seit Ausbruch der Finanzkrise selber notgedrungen zur Gänze dem Staat Bayern gehörende Münchner Landesbank schon in der Vergangenheit nur Pech gehabt. Vom Milliarden-Spekulationsdebakel der BAWAG haben die BayernLB-Granden nach eigenen Angaben in der ganzen Zeit, als sie dort zweitgrößte Aktionäre waren, überhaupt nichts mitgekriegt. Aus den Verlusten will der damalige Vorstand aus den Medien erfahren haben.

Von 1996 bis 2004 war die BayernLB zweitgrößte Aktionärin der BAWAG. 2004 kaufte der ÖGB die Beteiligung zurück. Ende 2006, als das Spekulationsdesaster der BAWAG auf dem Tisch lag und die Bank mit Garantien vom Bund aufgefangen werden musste, suchte der ÖGB für die BAWAG dringend einen Käufer, diesmal für die ganze Bank. Die Bayern boten, aber weniger als der US-Fonds Cerberus. Der kurz darauf folgende überraschende Hypo-Deal sollte den ramponierten Ruf aufbessern, bei Übernahmen immer den Kürzeren zu ziehen.

Zwei außerordentlich kurzfristige Beteiligungsabschichtungen im Ausland gab es schon Anfang des Jahrtausends: Zum Jahreswechsel 2001/2002 verkaufte die BayernLB in Österreich ihre langjährige 45,5-prozentige Beteiligung an der Tiroler Sparkasse (TiSpa) an die Erste Bank - auch da bekam sie weniger Geld heraus als sie zum Einstieg investiert hatte.

Nach einem Devisenspekulationsskandal musste die BayernLB als Mehrheitseigentümerin der kroatischen Rijecka Banka Anfang 2002 den Rückzug aus Kroatien antreten, diese Bank um einen Dollar an den kroatischen Staat abtreten. Noch im selben Jahr übernahm dort die Erste Bank. Entsprechend schlecht war man in Zagreb auf die BayernLB zu sprechen, als die Bayern 2007 die Kärntner Hypo Group Alpe Adria übernahmen. Der Hypo-Deal wäre beinahe am Veto der kroatischen Zentralbank gescheitert. Die Kroatien-Engagements der Kärntner Tochter Hypo Alpe Adria gelten nun neuerlich als einer der Bausteine des Balkan-Milliardengrabs der BayernLB.

Als sich die BayernLB im Sommer 2007 fast über Nacht die Mehrheit an der Kärntner Hypo Group Alpe Adria sicherte, wurde das als großer Coup gefeiert. Die Münchner Großbank legte für ihren bisher größten Zukauf über 1,6 Mrd. Euro auf den Tisch. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile gegen den damaligen BayernLB-Chef Werner Schmidt. Vorwurf: Für die Kärntner Bank sei wissentlich viel zu viel bezahlt worden. Schmidt dementiert. Sein Nachfolger Michael Kemmer - seit März 2008 im Amt - saß heute Nacht sichtlich gezeichnet in der entscheidenden Runde um die Rettung der Kärntner Tochter.

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