Euro-Stoxx & ATX rot
Europas Leitbörsen stürzen ab
26.03.2026Nahost-Krieg sorgt weiter für Schwankungen. Öl kostet wieder deutlich über 100 Dollar, Aktien stürzen ab.
Die europäischen Leitbörsen haben sich am Donnerstag im Frühhandel mit einer schwächeren Tendenz präsentiert. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 fiel gegen 10.15 Uhr um 1,26 Prozent auf 5.578 Punkte. In Frankfurt sank der DAX in einem ähnlichen Ausmaß um 1,32 Prozent auf 22.653 Einheiten. In London ermäßigte sich der FTSE-100 um 0,87 Prozent auf 10.019 Punkte.
Von der zaghaften Entspannung zur Wochenmitte ist am Berichtstag am europäischen Aktienmarkt kaum noch etwas zu spüren. Der Ölpreis der Nordseesorte Brent, der am Mittwoch noch unter 100 Dollar gerutscht war, liegt wieder deutlich über dieser Marke. Während des Iran-Kriegs ist er der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.
Wiener Börse startet mit Verlusten
Die Wiener Börse startet mit Verlusten. Der Leitindex ATX ermäßigte sich gegen zehn um 0,84 Prozent auf 5.359 Punkte, nachdem er am Vortag mit der Hoffnung auf Verhandlungen zur Beendigung des Iran-Krieges noch starke 2,58 Prozent gewonnen hatte. Im Frühgeschäft ging es nun europaweit mit den Kursen in den Minusbereich. Der Ölpreis legte zudem wieder klar zu.
Nahost-Krieg weiter zwischen Drohkulisse und Diplomatie
Aktuell pendelt der Nahost-Krieg weiter zwischen Drohkulisse und Diplomatie. Die US-Regierung hat dem Iran mit noch härteren Angriffen gedroht, sollte die Führung des Landes nicht nachgeben.
In einer europäischen Branchenbetrachtung ging es mit dem Technologiesektor am deutlichsten ins Minus. Unter Verkaufsdruck standen zudem Industriegüterhersteller, Rohstoffwerte, Banken und Titel aus der Reise- und Unterhaltungsbranche.
Siemens Energy rasselt runter
Im Euro-Stoxx-50 rasselten die Aktien von Siemens Energy, ASML, Infineon und Adyen jeweils um mehr als drei Prozent nach unten. Airbus büßten 2,1 Prozent an Höhe ein.
H&M-Titel verbilligten sich um fünf Prozent. Der Modehändler hat zum Jahresstart schlechtere Geschäfte gemacht. Im ersten Geschäftsquartal (bis Ende Februar) ging der Umsatz um gut zehn Prozent auf 49,6 Milliarden schwedische Kronen (rund 4,6 Mrd Euro) zurück. Analysten hatten einen weniger starken Rückgang erwartet. H&M leidet unter dem schwachen Konsumklima und bekommt obendrein deutliche negative Währungseffekte zu spüren.
Mit Enttäuschung haben Anleger auch auf das Kontron-Gewinnziel für das laufende Jahr reagiert. Die Aktien des österreichischen Technologiekonzerns knickten um mehr als 14 Prozent ein. Das Unternehmen rechnet 2026 mit einem bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) von 225 Millionen Euro. Dem steht eine durchschnittliche Markterwartung von 246 Millionen Euro gegenüber. "Der konservative Ausblick dürfte den Kurs heute belasten", sagte ein Händler. Die mittelfristigen Ziele seien jedoch als starke Wachstumsambitionen zu werten.
Die VW-Dachgesellschaft Porsche SE hat die schwierige Lage bei ihren Kernbeteiligungen auch im vergangenen Jahr zu spüren bekommen. Das um Wertberichtigungen angepasste Ergebnis nach Steuern sank 2025 um gut acht Prozent auf 2,89 Milliarden. Die Porsche-Anteilsscheine reagierten mit plus 0,5 Prozent.