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Extreme Einsparungen: Job-Beben bei Zeitungs-Riesen

04.02.2026

Die Zeitung "Washington Post" streicht einem Insider zufolge im Zuge eines weit reichenden Stellenabbaus ihr Sportressort und ihre Auslandsberichterstattung zusammen 

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© Patrick Semansky/AP/dpa
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 "Wir werden das Sportressort in seiner jetzigen Form schließen", sagte Chefredakteur Matt Murray dem Insider zufolge am Mittwoch in einer Videokonferenz mit der Belegschaft. "Alle Ressorts sind betroffen", sagte Murray laut einem Reuters vorliegenden Transkript.

"Politik und Regierung wird unser größter Desk bleiben und für unsere Nutzerbindung und das Wachstum der Abonnentenzahlen von zentraler Bedeutung sein." Eine Stellungnahme der Zeitung lag zunächst nicht vor.

Die mehr als 145 Jahre alte Zeitung, die dem Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört, kämpft wie viele andere Medienhäuser mit dem strukturellen Wandel der Branche. Sinkende Werbeeinnahmen im Digitalgeschäft und die veränderte Mediennutzung setzen Verlage unter Druck. Bereits in den vergangenen Jahren hatte die "Washington Post" nach Verlusten Stellen gestrichen. 2023 bot die Zeitung Mitarbeitern aller Bereiche Abfertigungen an, nachdem Verluste von 100 Millionen Dollar aufgelaufen waren.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Zeitung ihre Berichterstattung über die Olympischen Winterspiele 2026 reduziert. In der vergangenen Woche hatten sich Mitarbeiter des Büros im Weißen Haus in einem Brief an Bezos gewandt. Sie warnten davor, dass weitere Kürzungen die Qualität der Berichterstattung gefährden könnten. Ihre Arbeit hänge stark von der Zusammenarbeit mit den nun von Stellenabbau bedrohten Redaktionsteilen ab, hieß es in dem Schreiben. Ein diversifizierter Newsroom sei gerade in Zeiten finanzieller Herausforderungen unerlässlich.