Euro im frühen Geschäft etwas erholt

18.12.2009

EUR-USD: Etwas höher gegenüber dem Richtkurs vom Donnerstag sowie gegenüber dem späten Devisengeschäft in New York. Gegenüber dem japanischen Yen, dem Schweizer Franken und dem britischen Pfund tendierte er allerdings etwas schwächer.

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Nach der kräftigen Talfahrt der europäischen Gemeinschaftswährung in den letzten Tagen konnte sich der Euro etwas erholen. Die vorangegangenen Kursverluste wurden hauptsächlich mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands durch die Ratingagentur S&P und dem positiven Konjunkturausblick der US-Notenbank Fed begründet.

Zum Wochenschluss stehen keine marktrelevanten Konjunkturdaten auf der Agenda. Somit könnte der Verlauf an den Aktienmärkten Impulse für den Euro/Dollar bringen, hieß es aus dem Handel. Um 9 Uhr hielt der US-Dollar gegen den Euro bei 1.4381 nach 1.4343 USD beim Richtkurs vom Donnerstag.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Dezember besser angezogen als erwartet. Die Erwartung in der Wirtschaft geht daher weiter von einer besseren wirtschaftlichen Entwicklung aus. Durch die besser Orderlage wird Deutschland nach Ansicht von Analysten die Wachstumslokomotive in der Eurozone werden.

Das Defizit in derLeistungsbilanz im Euroraum ist im Oktober mit 4,6 Mrd. Euro um 0,8 Mrd. Euro geringer ausgefallen als erwartet. DerHandelsbilanzüberschuß in der Eurozone ist im Oktober auf 6,3 Mrd. Euro gefallen. Der Wert liegt damit 0,6 Mrd. Euro über den Erwartungen.

Die deutschen Erzeugerpreise sind wie prognostiziert zurückgegangen. Der Wert fiel im November um 5,9 % im Jahresvergleich nach -7,6 % im Oktober. Die italienische Industrieproduktion ist im Oktober um 18,4 % zurückgegangen - im September waren es -17,3 %.

Der Philadelphia Fed Index ist im Dezember auf 20,4 angezogen von zuvor 16,7. Der Wert erreicht damit ein Vierjahreshoch und zeigt einen deutlich höheren Wert als die Konsensschätzung von 16,0. Die US-Wirtschaft beweist damit einmal mehr die günstige konjunkturelle Lage. Bereits Werte über 0 zeigen eine Expansion an. Zum Jahreswechsel lagen noch 2 von drei gemeldeten Werten bei -40.

Die türkische Notenbank hat am Abend ihren Leitzins unverändert bei 6,5 % belassen. Analysten hatten mit diesem unveränderten Zinsentscheid gerechnet. In ihrem Begleitstatement kündigte die Notenbank ein Ende ihres Zinssenkungszyklus an, der in den letzten 13 Monaten ein Minus von 10 % beim Leitzins mit sich brachte. Für die 2. Jahreshälfte 2010 halten Analysten nun Zinsanhebungen in der Türkei für möglich.

GRIECHENLAND-SORGEN UND US-ZUVERSICHT SETZEN EURO ZU

[Aus dem Morning Mail der Investkredit.] Sorgen um den Staatshaushalt Griechenlands sowie neue Zuversicht über die US-Konjunktur haben gestern Donnerstag die Anleger aus dem EUR getrieben. Die Gemeinschaftswährung sackte um zwei US-Cent auf 1,4345 USD/EUR ab. Viele Anleger flüchteten zudem in als sicher geltende deutsche Staatsanleihen. Der Bund-Future stieg um bis zu 66 Ticks auf 123,44 Punkte. Die Ankündigung des Bundes, 2010 mit 343 Mrd. Euro so viel Geld wie nie zuvor am Kapitalmarkt aufzunehmen, verpuffte dagegen.

Das „Downgrade" für Griechenland und die Schuldenprobleme des Landes an der Peripherie der Euro-Zone scheinen die gesamte Gemeinschaft unter erheblichen Druck zu setzen und könnte den EUR bis auf 1,4200 oder 1,4100 Dollar drücken. Der Abstand der Renditen griechischer 10jähriger Anleihen zur entsprechenden deutschen Bundesanleihe weitete sich auf bis zu 269 BP aus und war damit so groß wie seit April nicht mehr.

Am Devisenmarkt sorgten zudem die Fed für neues Interesse am USD. Zwar hatte die Fed die Zinsen unverändert nahe null belassen, zugleich aber registriert, dass die Talfahrt am Arbeitsmarkt sich verlangsame und die Lage am Immobilienmarkt sich gebessert habe. Der EUR hat heute seit langem auch wieder gegenüber dem CHF nachgegeben und ist auf den tiefsten Stand seit März gefallen.

Händler verwiesen zudem auf Gerüchte über einen angeblichen Putsch in Pakistan, was für Unsicherheit an den Finanzmärkten gesorgt habe. Der CHF gilt in gewisser Weise immer noch als ein „sicherer Hafen“ unter den Devisen. So verlor der EUR zeitweise auf bis zu 1,4910 CHF, erholte sich im Handelsverlauf jedoch wieder.

Wichtige Ereignisse des Tages: EZ/DE: Erzeugerpreise, Ifo Index, EUR Leistungsbilanz, Handelsbilanz Eurostat.

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