Automobilwerte verlieren

Europas Börsen mehrheitlich im Minus

31.01.2011

Der Handel reagierte äußerst nervös und sensibel für politische Nachrichten.

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Die europäischen Leitbörsen haben die Sitzung am Montag mehrheitlich mit Kursverlusten beendet. So verlor der deutsche Leitindex DAX 0,36 % auf 7.077,48 Einheiten, der Londoner FTSE-100 ermäßigte sich um 0,31 % auf 5.862,94 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 schloss hingegen nahezu unverändert mit minus 0,02 % bei 2.953,63 Zählern.

Die europäischen Aktienbörsen haben sich im Handelsverlauf etwas von ihren Kursverlusten durch die Unruhen in Ägypten erholt. Marktteilnehmern zufolge blieb der Handel aber äußerst nervös und sensibel für politische Nachrichten. Für die Märkte sei es nicht förderlich, wenn die Lage in mehreren Öl produzierenden Staaten unsicher erscheine, so die Händler weiter. Die jüngsten US-Konjunkturdaten zu den Ausgaben und Einnahmen der privaten Haushalte sorgten hingegen kaum für Impulse.

In einem Branchenvergleich gingen Automobilwerte als Schlusslicht des Euro-Stoxx aus dem Handel. Titel von Daimler verloren 2,52 % auf 53,42 Euro und profitierten nicht von einem Medienbericht, wonach sich der Verantwortliche für das Pkw-Geschäft optimistisch für das Jänner-Geschäft geäußert hatte. BMW-Aktien schwächten sich um 1,79 % auf 56,08 Euro ab.

Die Spannung in Ägypten dominierte an diesem Börsentag auch die Luftverkehrsbranche, da Investoren darauf spekulierten, dass die Proteste Touristen vor Reisen in das Land abschrecken würden. Papiere von TUI Travel gingen mit einem Minus von 2,62 % bei 253,00 Pence aus dem Handel, Thomas Cook verloren 3,05 % auf 190,60 Pence und Papiere der Air France schwächten sich um 1,91 % auf 13,35 Euro ab.

Unter den Einzelwerten konnten Titel von Carrefour bis Handelsschluss die Spitze des Euro-Stoxx-50 halten. Der weltweit größte Einzelhändler soll einem französischen Zeitungsbericht zufolge eine Unternehmensspaltung in Betracht ziehen, um den Aktienkurs zu erhöhen. Carrefour schlossen mit einem Plus von 5,33 % bei 35,79 Euro.

Aktien von Lafarge gingen zum fünften Mal in Folge mit einem Verlust aus dem Handel. Lafarge hatte 2007 die Zementeinheit der ägyptischen Orascom Construction Industries für 15 Mrd. Dollar gekauft. Das Unternehmen erwirtschaftete 22 % der Lafarge-Umsätze. Nun muss Lafarge die Produktion stilllegen, bis sich die spannungsgeladene Situation entspannt. Papiere von Lafarge notierten mit minus 1,65 % bei 43,28 Euro.

Papiere von Merck zählten mit einem Plus von 0,90 % bei 62,50 Euro ebenfalls zu den Gewinnern. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtete, ist der Pharma- und Chemiekonzern offen für einen Verkauf der Sparte Verbraucherprodukte.

Ebenfalls mit einem Plus von 0,75 % bei 3,65 Euro, zeigten sich Titel von Ryanair. Europas größter Billigfluganbieter vermeldete einen Nettoverlust von 10,3 Mio. Euro im dritten Geschäftsquartal und besänftigte damit die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 19,5 Mio. Euro. Begründet wurde der Nettoverlust mit erhöhten Kerosin-Kosten und den Betriebsunterbrechungen im Winterchaos des letzten Jahres.
 

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