Europas Börsen unter Druck

03.11.2009

Mehrere Hiobsbotschaften aus der Bankbranche. 11.00 Uhr: DAX -2,02 %. FTSE -2 %. Euro-Stoxx-50 -2,27 %.

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Am Dienstag sorgten vor allem Hiobsbotschaften aus der Bankbranche sowie negativ aufgenommene Zahlen des Autoherstellers BMW für schlechte Stimmung an den Märkten. Aus der Bankenwelt gab es eine Fülle von negativen Nachrichten. So kommt die Schweizer Großbank UBS nicht aus den roten Zahlen und die einst so mächtige britische Royal Bank of Scotland (RBS) ist endgültig zum größten Sanierungsfall in der europäischen Finanzwelt geworden. Zudem braucht die britische Großbank Lloyds dringend Geld und schafft dies nicht ganz ohne Hilfe des Staates.

Die europäische Banken gaben am Vormittag deutlich nach. Mit einem Abschlag von rund 4,23 % gehörte die Deutsche Bank hier zu den größten Verlierern unter den Bankwerten. Mehr als 2 % gaben die Anteile der Finanzwerte BBVA, BNP Paribas, Santander, Aegon, ING , Credit Agricole und Societe Generale ab.

Noch stärker nach unten als für Bankaktien ging es für die Autowerte. Hier belasteten schlechte Zahlen des deutschen Autoherstellers BMW. Der Autobauer meldete einen 74-prozentigen Gewinnrückgang im dritten Quartal auf 78 Mio. Euro. Die Aktien verloren daraufhin am Vormittag deutlich rund 7 % auf 31,30 Euro. Die im EuroStoxx 50 notierten Daimler-Aktien gaben mehr als 4 % nach.

Anteile der UBS, die schon seit einiger Zeit deutlich denjenigen der Konkurrenz hinterherhinken, büßten 4,47 % auf 16,54 Schweizer Franken ein. Die Schweizer Großbank kommt nicht aus den roten Zahlen. Das Q3-Minus fiel mit 564 Mio. Schweizer Franken höher aus als von Experten erwartet. Zudem blieb der seit Februar an der Spitze der Bank stehende Oswald Grübel vorsichtig. Wesentliche Fortschritte seien erst im kommenden Jahr zu erwarten. Sorgen bereitete den Händlern vor allem das erneut schwache Abschneiden in der Vermögensverwaltung, einem der Kernbereiche der Bank.

Nachrichten gab es auch aus der britischen Bankenbranche. Hier gab die Regierung Neuigkeiten zur Zukunft der beiden vom Staat gestützten Banken Royal Bank of Scotland (RBS) sowie Lloyds. Vor allem um die RBS steht es sehr schlecht. Der einstige Stolz der britischen Finanzbranche braucht erneut Geld vom Staat. Der staatliche Anteil steigt dadurch auf 84 %. Die Aktie gab am Dienstag 1,82 % auf 37,95 Pence nach. Vor Ausbruch der Finanzkrise hatte die Aktie der Bank, die mit einer aggressiven Übernahmestrategie zu den führenden Häusern der Welt aufsteigen wollte, noch mehr als 600 Pence gekostet.

Etwas besser scheint es um den ebenfalls angeschlagenen Konkurrenten Lloyds zu stehen. Die Bank, die sich mit der Übernahme von HBOS verhoben hatte, braucht zwar auch dringend Kapital und will mit neuen Aktien insgesamt 13,5 Mrd. Pfund einsammeln, will dies allerdings größtenteils am freien Markt schaffen. Der Anteil der Regierung soll bei 43 % bleiben.
Allerdings muss sich auch Lloyds auf harte Einschnitte beim Geschäftsmodell einstellen. Die Bank rechnet im laufenden Jahr zudem weiter mit roten Zahlen. Im kommenden Jahr geht Lloyds allerdings von einer rückläufigen Risikovorsorge im Geschäft mit Privatkunden aus. Die Aktie stieg um 3,25 % auf 87,76 Pence. Mitte 2008 hatte eine Lloyds-Aktie allerdings noch mehr als 300 Pence gekostet.

Auch gute Nachrichten gab es aus der Versicherungsbranche: Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re konnte die Rückkehr in die Gewinnzone bekanntgeben. Trotz einer abermaligen Milliardenbelastung erzielte das Unternehmen im dritten Quartal einen Gewinn von 334 Mio. Schweizer Franken. Die Swiss-Re Aktien reagierten positiv mit einem Anstieg von 7,45 % auf 45,56 Schweizer Franken.

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