Euro-Stoxx-50 im Plus

Europas Leitbörsen schließen fester

30.10.2012

BP-Aktie und Titel der Deutschen Bank gewinnen deutlich.

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Die europäischen Leitbörsen sind am Dienstag angetrieben von einigen starken Unternehmensquartalszahlen einheitlich klar im Plus aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbesserte sich um 37,15 Einheiten oder 1,50 Prozent auf 2.515,99 Zähler.

   Auch seitens der Konjunktur kam etwas Unterstützung. Die Wirtschaftsleistung (BIP) des krisengeschüttelten Eurolands Spanien schrumpfte im dritten Quartal zwar erneut und steckt damit nach wie vor in der Rezession fest. Allerdings fiel der Rückgang etwas geringer aus als von Bankvolkswirten erwartet. Zudem gewinnt das Euro-Schwergewicht Italien weiter Vertrauen an den Finanzmärkten zurück. Am Dienstag konnte das Land Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit zu deutlich günstigeren Konditionen an Investoren verkaufen als noch im vergangenen Monat.

   Der Markt blickte außerdem auf den Verlauf des Hurrikans "Sandy" in den USA. In der Nacht ist der Wirbelsturm mit voller Wucht auf die US-Ostküste geprallt. Die Wall Street blieb deshalb wie schon am Vortag geschlossen.

   Im Fokus der Anleger stand eine Flut von Quartalszahlen. Deutsche-Bank-Aktien profitierten von überraschend guten Zahlen des deutschen Branchenprimus. Von Juli bis Ende September 2012 fuhr Deutschlands größtes Geldinstitut vor Steuern 1,1 Milliarden (Vorjahreszeitraum: 942 Millionen) Euro Gewinn ein. Die Titel verbuchten ein Kursplus von 4,51 Prozent auf 34,795 Euro.

   Ein starkes Raffineriegeschäft hat dem britischen Energiekonzern BP zu einem deutlichen Gewinnanstieg verholfen. Das Unternehmen verdiente im abgelaufenen Quartal 5,2 Mrd. Dollar (4 Mrd. Euro) nach 3,7 Mrd. Dollar im Vorquartal. Damit übertraf BP die Erwartungen von Analysten deutlich und die Aktie zog um 4,20 Prozent auf 442,85 Pence an.

   Die Schweizer Großbank UBS erlitt im dritten Quartal einen hohen Verlust und reagiert mit einem verschärften Sparprogramm, das bereits an den vergangenen Tagen durchgesickert war, auf die schwache Ertragslage. Die bereits am Montag sehr starken Aktien gewannen weitere 5,87 Prozent auf 13,89 Euro.

   Für die Eni-Aktien ging es um 2,08 Prozent auf 17,69 Euro hoch. Der italienische Energiekonzern berichtete einen überraschend guten bereinigten Nettogewinn. Beim Autobauer Fiat Industrial sorgte ein Gewinnsprung der US-Tochter Chrysler für Kursgewinne von 1,95 Prozent auf 8,11 Euro.

   Munich Re gingen mit einem moderaten Plus von 0,57 Prozent auf 122,60 Euro aus dem Handelstag. Die Schäden durch Hurrikan "Sandy" in den USA sind nach Ansicht des weltgrößten Rückversicherers noch nicht einschätzbar. Wie bei solchen Naturkatastrophen üblich, werde es Tage oder gar Wochen dauern, bis die Höhe der Schäden verlässlich prognostiziert werden könnten, teilte der Konzern mit.

   Lufthansa schlossen um 1,90 Prozent höher auf 10,985 Euro. Teurer Sprit, der Streik der Flugbegleiter und ein schwaches Frachtgeschäft haben der AUA-Mutter im Sommer laut Analystenerwartungen einen Gewinnrückgang eingebrockt. Trotzdem dürfte Europas größte Fluggesellschaft ihre Jahresprognose für den operativen Gewinn bereits nach neun Monaten erreicht haben. Die Lufthansa will ihre Quartalszahlen am morgigen Mittwoch vorlegen.
 

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