Wochenausklang

Europas Leitbörsen schließen tiefrot

24.04.2014

Euro-Stoxx-50 fiel um 42,41 Einheiten oder 1,33% auf 3.147,40 Zähler.

Zur Vollversion des Artikels
© APA/EPA
Zur Vollversion des Artikels

Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag nach einem durchgehenden Abwärtstrend tiefrot aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 42,41 Einheiten oder 1,33 Prozent auf 3.147,40 Zähler.

Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise verhielten sich viele Anleger risikoavers. Während die Ukraine zustimmte OSZE-Beobachter uneingeschränkt in alle Teile des Landes lassen zu wollen, griff das Land Russland mit Worten an. Russland wolle den Dritten Weltkrieg vom Zaun brechen, so der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk.

Außerdem meldete sich die deutsche Bundeskanzlerin Merkel zu Wort und drohte Russland mit weiteren Sanktionen, sollten die prorussischen Aktivisten nicht gemäßigt werden. Die Außenminister der Europäischen Union würden sich "baldmöglichst treffen".

Die russische Zentralbank erhöhte am Freitag zudem den Zinssatz von 7,0 auf 7,5 Prozent um den Abfluss des Kapitals zu stoppen. Zugleich setzte die Ratingagentur Standard & Poor's die Einstufung für Russland mit "BBB-" mit negativem Ausblick nur ein Level über "Ramsch-Niveau".

Unter den Einzelwerten rückten die Titel von Alstom in den Fokus, obwohl sie vom Handel ausgesetzt wurden. Der französische Energie-und Transportkonzern sieht sich einem Übernahmeangebot von General Eletric gegenüber. Die französische Regierung reagierte prompt und will mit allen Mitteln eine Übernahme verhindern. Sie befürchtet, dass ein Zentrum wirtschaftlicher Entscheidungen mit der Übernahme verloren gehen könnte. Die Führungsspitze von Alstom traf sich am Freitag um über das Vorgehen zu entscheiden. Am Donnerstag waren nach dem Bekanntwerden des Übernahmeversuchs die Alstom-Papiere um 11 Prozent nach oben geschossen.

Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroen konnte dank des sich erholenden europäischen Automarktes im ersten Quartal steigende Umsätze verzeichnen. Obwohl der französische Konzern um acht Prozent mehr Neuwagen verkaufen konnte, stieg der Umsatz aufgrund negativer Währungseffekte um nur 1,9 Prozent auf 13,29 Mrd. Euro. Die Peugeot-Aktien reagierten mit einem Kursverlust von 3,61 Prozent auf 12,82 Euro.

In Frankfurt verloren die Titel der Deutsche Bank kräftig an Boden. Ein Zeitungsbericht, wonach die Bank über eine erneute Kapitalaufstockung in Höhe von fünf Mrd. Euro nachdenkt, drückte das Institut zwischenzeitlich sogar ans DAX-Ende. Laut dem Bericht plant die Bank die Kapitalerhöhung noch dieses Jahr, was aber von Insidern ausgeschlossen wird. Die Deutsche-Bank-Werte beendeten den Handel mit einem Minus von zwei Prozent bei 31,31 Euro.

Dem weltgrößten Autozulieferer Continental erging es nicht besser. Die Anleger zeigten sich trotz leicht angehobenem Renditeziel enttäuscht. Laut den Eckdaten des Konzern stieg der Umsatz bei Continental im ersten Quartal um gut vier Prozent auf 8,4 Mrd. Euro. Auch Continental litt unter dem starken Euro und verwies auf ein währungsbereinigtes Plus von acht Prozent. Die Continental-Aktien rutschten bis fast ans DAX-Ende mit minus 3,10 Prozent auf 168,90 Euro.

Zur Vollversion des Artikels