US-Börsen starten wahrscheinlich mit festeren Kursen

29.04.2010

Börsianer rechnen mit Anschlusskäufen nach der positiven Reaktion der Wall Street auf die Zinsentscheidung der Federal Reserve. Die US-Notenbank (Fed) hat erneut eine Fortsetzung ihrer Niedrigzinspolitik signalisiert. Dies dränge die anhaltenden Sorgen um die Schuldenkrise in Europa in den Hintergrund, sagten Börsianer. Positiv wirkten auch die mehrheitlich positiv aufgenommenen Unternehmensbilanzen der Berichtssaison.

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Gegen 14.55 Uhr stand der Future auf den Dow Jones Industrials mit 0,31 % im Plus, nachdem der US-Leitindex am Vortag die Sorgen über die Schuldenkrise in der Eurozone abgeschüttelt und nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank mit 0,48 % im Plus bei 11.045,27 Punkten geschlossen hatte. Der Future auf den Nasdaq 100 stand mit 0,60 % im Plus. Am Mittwoch war der Auswahlindex um 0,07 Prozent auf 2.007,59 Punkte gestiegen.

Im Fokus stehen weiterhin die Nachrichten aus der Berichtssaison. Der weltgrößte börsennotierte Ölkonzern ExxonMobil hat seinen Gewinn im 1. Quartal infolge höherer Ölpreise kräftig gesteigert. Analysten hatten aber mehrheitlich ein besseres Ergebnis erwartet und die Aktien büßten im vorbörslichen Handel fast 2 % ein. Auch die Anteile an Procter & Gamble (P&G) reagierten negativ auf einen präzisierten Jahresausblick des US-Konsumgüterherstellers. Der weltgrößte Kreditkarten-Anbieter Visa kehrt unterdessen zwar langsam zur Normalität zurück, der Markt honorierte das Quartalsergebnis aber bisher nicht.

Motorola-Aktien legten dagegen vor dem offiziellen Börsenstart mehr als 6 % zu. Der Handyhersteller konnte nach dem Vorjahresverlust einen Quartalsgewinn ausweisen und mehr Smartphones verkaufen als erwartet. Auch Bristol-Myers Squibb (BMS) legten zu, nachdem der US-Pharmakonzern den Gewinn stärker gesteigert hatte als am Markt erwartet. Die Anteile am US-Lebensmittelkonzern Kellogg und von der Fastfood-Kette Burger King legten nach Zahlen vorbörslich zu.

Zudem dürfte eine Übernahme die Fantasie einiger Börsianer anregen: Der verlustreiche Smartphone-Hersteller Palm hat nämlich einen Ausweg aus seiner Misere gefunden und will sich zum Wert von 1,2 Mrd. Dollar vom Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) übernehmen lassen. Mit der Übernahme stellt HP seine eigenen Ambitionen im boomenden Smartphone-Markt unter Beweis und hat es besonders auf das neue Handy-Betriebssystem WebOS von Palm abgesehen. Palm-Aktien gewannen vorbörslich rund ein Viertel an Wert.

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