US-Schulden belasten

Europas Börsen schließen schwächer

14.07.2011

Die europäischen Aktienmärkte haben etwas an Terrain abgeben müssen.

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© Reuters / Alex Domanski
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Der Euro-Stoxx-50 verlor am Sitzungsende 0,73 Prozent und schloss bei 2.695,29 Zählern.

Belastend wirkte Marktteilnehmern zufolge vor allem die drohende Abstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch Moody's. Hohe Renditen, die Italien bei neuen Anleihen als Anreiz bieten musste, und eine positive Reaktion auf US-Konjunkturdaten sorgten zusätzlich für Bewegung an den Märkten. Der anfangs noch freundlichen Tendenz an der Wall Street nach überraschend guten Zahlen von JP Morgan konnten die europäischen Indizes nicht ganz folgen.

Bereits am Mittwochabend hatte Moody's angesichts des festgefahrenen Haushaltsstreits in den USA die Kreditwürdigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt infrage gestellt. Die Ratingagentur prüft nach eigenen Angaben den Entzug der Bestnote Aaa für US-Staatsanleihen. Die Gefahr, dass die USA zumindest kurzfristig ihre Zinsen auf aufgenommene Schulden nicht mehr zahlen könnten, sei zwar weiter gering, aber nicht mehr länger vernachlässigbar. Das sorgte an den Märkten wieder für verstärkte Unsicherheit unter den Investoren.

Die drohende Abstufung der US-Kreditwürdigkeit "kommt kaum als Überraschung, auch wenn die Märkte darauf so zu reagieren scheinen", sagte ein Marktstratege. Die Moody's-Aussagen belasteten auch die Ölpreise sowie den Rohstoff-Sektor, die auf breiter Front verloren. So schwächten sich Repsol um 2,29 Prozent auf 21,735 Euro ab und Neste Oil sanken um 2,33 Prozent auf 10,06 Euro. ArcelorMittal gaben um 2,31 Prozent auf 22,88 Euro nach.

Technologiewerte litten unter einer schwachen Umsatzprognose der Software AG. Der deutsche Software-Konzern hatte am Vortag erste Zahlen zum zweiten Quartal 2011 veröffentlicht. Nach 267,3 Mio. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum dürften die Erlöse auf 256 bis 258 Mio. Euro gesunken sein, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

Die Aktien der Software AG reagierten deutlich und brachen um 16,35 Prozent auf 35,185 Euro ein. In deren Sog mussten SAP ein Minus von 2,83 Prozent auf 40,86 Euro verbuchen und Alcatel-Lucent schwächten sich um 4,49 Prozent auf 3,636 Euro ab.

Nokia konnten nicht von einem Bericht der "Financial Times" profitieren, dem zufolge der Handyhersteller und Siemens neben anderen Optionen auch einen Teil-Börsengang ihres Gemeinschaftsunternehmens Nokia Siemens Networks prüfen: Nokia-Aktien verloren um 1,43 Prozent auf 3,988 Euro.

Die Autobranche sowie der Nahrung- und Genussmittel-Sektor schnitten in einem Branchenvergleich noch verhältnismäßig gut ab. Die UniCredit hat die Beobachtung der deutschen Autokonzerne Volkswagen (VW), Daimler und BMW wieder aufgenommen und damit für Bewegung gesorgt, hieß es von einem Marktbeobachter. BMW zogen um 1,17 Prozent auf 71,00 Euro an und Daimler verbesserten sich leicht um 0,17 Prozent auf 53,26 Euro. VW schlossen 0,30 Prozent höher bei 133,80 Euro.

Börse          Index          Schluss       Diff (P)    Diff (%)
 Wien           ATX            2.652,58     - 37,81       -1,41
 Frankfurt      DAX            7.214,74     - 53,13       -0,73
 London         FT-SE-100      5.846,95     - 59,5        -1,01
 Paris          CAC-40         3.751,23     - 42,04       -1,11
 Zürich         SPI            5.495,14     - 45,32       -0,82
 Mailand        FTSE MIB      18.640,35     -202,30       -1,07
 Madrid         IBEX-35        9.598,60     - 68,30       -0,71
 Amsterdam      AEX              330,46     -  2,52       -0,76
 Brüssel        BEL-20         2.439,50     - 24,19       -0,98
 Stockholm      SX Gesamt        346,12     -  5,22       -1,49
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.695,29     - 19,76       -0,73
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