Hohe Spritpreise

Benzin-Wucher: Heute Anzeige

22.03.2012

Das BZÖ klagt die Ölkonzerne an. Die Spritpreise steigen zu Ostern.

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© TZOe Bigshot
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Autofahrer sind die Melkkuh der Nation: Am Donnerstag kostete ein Liter Super durchschnittlich 1,476 Euro. Der Preis für einen Liter Diesel lag im Schnitt bei stolzen 1,422 Euro – beide Preise haben sich auf einem extrem hohen Level eingependelt. 500 Millionen Liter tanken die Österreicher monatlich – das sind unfassbare 725 Millionen Euro Kosten nur für Treibstoff! Ein Ende des Spritpreis-Marathons ist nicht in Sicht. Experten fürchten jetzt weitere Steigerungen, besonders weil Ostern vor der Tür steht. „Jedes Jahr schnellen die Preise zu Ostern in die Höhe – wir müssen also heuer mit einer weiteren Steigerung der Preise rechnen“, so ARBÖ-Sprecher Thomas Woitsch.

Anzeige. Nun versucht das BZÖ als Kämpfer für die Autofahrer zu punkten. Am 1. März rief die Partei zum Tankboykott auf, heute bringen die Orangen eine Anzeige bei der Bundes-Wettbewerbsbehörde ein. Hintergrund: Bündnisobmann Josef Bucher vermutet eine Preisabsprache zwischen den Ölkonzernen. Dadurch kann es zu keinem Wettbewerb bei den Preisen für Benzin und Diesel kommen.

Bucher erwartet mehr Druck auf Ölkonzerne
Bucher zu ÖSTERREICH: „Die Anzeige ist das schärfste Mittel, das uns als Oppositionspartei zur Verfügung steht.“ Der 46-Jährige glaubt, dass die Wettbewerbsrichter auf die Anzeige des Bündnisses reagieren müssen. Damit würde der Druck auf die Ölkonzerne steigen.

Aber auch die Bundesregierung sei verantwortlich für die extrem hohen Spritpreise, kritisiert Bucher: „60 Prozent des Preises ist nur Steuer, der Wirtschaftsminister könnte da ein Zeichen setzen.“

Die Wettbewerbsbehörde kann erst dann über Ermittlungen entscheiden, wenn die Anzeige des BZÖ vorliegt.

ÖSTERREICH: Herr Bucher, was soll die Anzeige bringen?
Josef Bucher:
Damit wollen wir eine Überprüfung der Spritpreise durch die Bundeswettbewerbsbehörde erzwingen. Wir glauben, dass da die marktbeherrschende Stellung der Sprit-Industrie ausgenutzt wird.

ÖSTERREICH: Die Konzerne sprechen sich also ab?
Bucher:
Das muss geprüft werden. Aber wir haben momentan Preise, die nur schwer mit dem Weltmarkt argumentierbar sind.

ÖSTERREICH: Wie realistisch ist denn ein tatsächlicher Preis-Rückgang nach der Prüfung?
Bucher:
Wir sehen durch die Klage eine Chance, dass Druck auf die Konzerne, aber auch auf die Bundesregierung, ausgeübt wird. Man kann nur bei Steuer oder den Konzernen etwas für den Fahrer rausholen.

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