Troika-Bericht vernichtend

Griechenland nicht mehr zu retten

19.08.2012


Athen braucht noch viel mehr Geld als bisher zugegeben.

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Langsam kommt die Wahrheit ans Licht und sie ist furchtbar: Das bis zum Anschlag verschuldete Griechenland braucht offenbar noch viel mehr Geld als bisher angenommen.

So fehlen für die beiden kommenden Jahre nicht 11,5 Milliarden Euro, wie die Athener Regierung eingestanden hat, sondern bis zu 14 Milliarden Euro. Laut einem Zwischenbericht der Kontroll-Troika sind Rückschläge bei der Privatisierung von Staatsbetrieben und einbrechende Steuereinnahmen Schuld am Fiasko, schreibt der "Spiegel".

Außerdem schummeln die Griechen ungeniert weiter: Die Troika aus EU, Zentralbank und Währungsfonds rügt, dass die Regierung von Premier Antonis Samaras einfach nicht erklären könne, wie sie die schon zugesagten 11,5 Milliarden Euro eigentlich einsparen wolle. Rund ein Drittel der geplanten Einsparungen sei nicht gedeckt, Athens Versprechen waren nicht mehr als heiße Luft.

Finanzminister Ioannis Stournaras macht keinen Hehl daraus, was den Griechen jetzt bevorsteht: Neue schmerzhafte Einsparungen.

Euro-Staaten planen für Zeit nach Griechenland
Doch die übrigen Euro-Staaten rechnen schon fix mit einem Ausscheiden Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung. Das Chaos, das danach ausbricht, soll mit massiven Geldspritzen an marode Euro-Staaten wie Irland oder Portugal abgedämpft werden, berichtet die "Süddeutsche".

Experten glauben, dass die Bankkonten in diesen Ländern von Sparern geräumt werden könnten. Daher sollten die Institute mit genügend Bargeld versorgt werden.

Spanien und Italien sollen unter den Euro-Rettungsschirm flüchten.

So will EZB den Euro auffangen

In dieser Woche wird über das Schicksal der Euro-Zone entschieden. Alles deutet auf ein Ausscheiden Athens hin.

In der nächsten Woche wird es in der Euro-Krise Schlag auf Schlag gehen. Am Mittwoch will sich Eurogruppen-Chef Jean Claude Juncker in Athen persönlich ein Bild vom Sparprogramm machen.

Am Donnerstag werden sich in Berlin der französische Präsident François Hollande und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen. Da die Lage für Athen fast hoffnungslos ist, planen die beiden, wie die Eurozone gegen Turbulenzen für den Fall eines Griechen-Austritts geschützt werden kann. Dazu überlegt die Europäische Zentralbank für künftige Käufe von Staatsanleihen Zinsschwellen festzulegen. Die EZB will Staatspapiere von Krisenländern immer dann kaufen, wenn deren Zinsen eine bestimmte Höhe überschreiten.

Am 24. August dann die Schicksalsstunde: Der griechische Premier Samaras besucht Merkel und will um mehr Zeit für Reformen bitten. Vergeblich, da FDP und CSU keinen Cent mehr locker machen wollen. Schließlich reist Samaras am Samstag nach Paris zu Hollande reisen. Auch dort wird er auf Granit beißen, Hollande hat kein Geld.

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