Hilmar Kopper zum HSH-Aufsichtsratschef gewählt

06.07.2009

Der Aufsichtsrat der krisengeschüttelten HSH Nordbank hat Hilmar Kopper zum neuen Vorsitzenden gewählt. Die Mitglieder des Kontrollgremiums entschieden sich in Hamburg einstimmig für den früheren Vorstandschef der Deutschen Bank, sagte ein Sprecher des Kieler Finanzministeriums.

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"Mit Herrn Kopper hat die Bank einen exzellenten Fachmann mit jahrzehntelanger Erfahrung und vielfältigen Kontakten als Vorsitzenden eines ausgezeichnet besetzten Kontrollgremiums", erklärte Ressortchef Rainer Wiegard (CDU). Kopper ist Nachfolger des früheren Hamburger Finanzsenators Wolfgang Peiner.

Der Aufsichtsrat der Bank war auf der Seite der Anteilseigner fast komplett ausgewechselt worden. Der Hamburger Finanzsenator Michael Freytag (CDU) sowie die Kieler Minister Wiegard und Lothar Hay (SPD/Innen) verließen das Gremium. Der Rückzug der Landespolitiker hatte bei der Opposition in Kiel, aber auch bei der mitregierenden SPD zum Teil scharfe Kritik ausgelöst. Andererseits war im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise die Aufsichtsratstätigkeit von Politikern bei Landesbanken von verschiedenen Seiten kritisiert worden. Politiker hätten nicht genug Sach- und Fachkenntnis, um diese Aufgabe angemessen wahrzunehmen, lautete der Hauptvorwurf.

Mehr Fachleute im Aufsichtsrat

Der neue Aufsichtsrat der HSH Nordbank war am 1. Juli von der Hauptversammlung gewählt und mit mehr Fachleuten besetzt worden. Zu den Mitgliedern gehören einige frühere Konzernchefs aus Hamburg wie Bernd Wrede (Hapag-Lloyd), Joachim Lemppenau (Volksfürsorge) und der Allianz-Manager Detlev Bremkamp. Aus Schleswig-Holstein dabei sind Investitionsbank-Chef Lutz Koopmann und der Vorsitzende des Bauindustrieverbandes, Hans-Werner Blöcker.

Zudem hat die HSH Nordbank ihre überlebenswichtige Kapitalerhöhung abgeschlossen. Die Länder Hamburg und Schleswig- Holstein hätten über einen eigens gegründeten Finanzfonds drei Mrd. Euro Eigenkapital gezeichnet, teilte das Institut am Freitag in Hamburg mit. Da die schleswig-holsteinischen Sparkassen und der Privatinvestor J. Christopher Flowers an der Kapitalerhöhung nicht teilgenommen haben, kommen die beiden Länder nun auf rund 85,5 Prozent der Anteile an der Bank. Der Anteil der Sparkassen reduziert sich von 14,8 auf 5,3 Prozent, der von Flowers von 25,7 auf 9,2 Prozent.

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