Meinl Bank: Anzeige gegen Gutachter

28.07.2009

Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl hat gegen den früheren Sachverständigen in der Causa Meinl, Thomas Havranek, beim Disziplinarrat der Kammer der Wirtschaftstreuhänder eine Disziplinaranzeige eingebracht. Die Anzeige liegt der Tageszeitung ÖSTERREICH vor.

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© TZ Oesterreich Pauty Michele
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Bank-Vorstand Weinzierl fordert disziplinarrechtliche Schritte, da Havranek den Auftrag als Sachverständiger angenommen hat, „obwohl er sich bereits öffentlich über den Gegenstand des (späteren) Verfahrens in einer Weise geäußert hat, die klar erkennen lässt, welchen Ausgang des Verfahrens er gerne sehen möchte.“

Vorwurf der Befangenheit

Die vorgeworfene Befangenheit wird damit argumentiert, dass Havranek im September 2007 im Wirtschaftsblatt einen Kommentar zu Meinl European Land veröffentlich hat. Und dieser Kommentar habe eben die „evidente Voreingenommenheit“ Havraneks unter Beweis gestellt, heißt es. In der Anzeige wird zudem aufgelistet, warum die Staatsanwaltschaft Havranek nie als Sachverständigen hätte bestellen dürfen.

Havranek wurde im August 2008 zum Gutachter in der Causa Meinl bestellt und Anfang Juli dieses Jahres wegen Befangenheit vom Gericht abberufen. Die Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt, jetzt entscheidet das Oberlandesgericht Wien.

Havranek hat ein (von der Meinl Bank heftig kritisiertes) Vorgutachten erstellt, dass die Basis für die Verhaftung von Julius Meinl V. und die Kaution von 100 Mio. Euro war.

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