s Bausparkasse springt auf Zinsenbremse

10.12.2009

Bei der s Bausparkasse - eine der vier heimischen Bausparkassen - steht eine deutliche Zinsanpassung ins Haus. Bei bereits bestehenden Darlehen verringern sich die Zinsen zum Jahreswechsel im Durchschnitt um 2,25 Prozentpunkte. "Bei einem Kredit über 100.000 Euro sinkt die Monatsbelastung dadurch um 124 Euro", sagte Generaldirektor Josef Schmidinger.

Zur Vollversion des Artikels
 
Zur Vollversion des Artikels

Die Kredite werden merklich billiger, doch auch die Guthabenzinsen werden gekappt - von 3,3 auf 1 %. "Bei uns werden die Bauspardarlehen jährlich angepasst", so der Generaldirektor. Die Zwischenfinanzierungszinsen setzt die s Bausparkasse schon am 11.12. von 1,97 auf 1,6 % der Vertragssumme herab. Das entspricht einer Verringerung von 2,95 auf 2,4 % der Darlehenssumme. Die Zwischenfinanzierungen haben eine Laufzeit von 18 Monaten.

Für 2010 erwartet Schmidinger eine "weiterhin sehr gute Sparleistung". Im Darlehensbereich werde die Nachfrage aber zumindest im ersten halben Jahr weiterhin "schwach" sein. Die maximale Kreditsumme für Bausparer steigt im kommenden Jahr von 150.000 auf 180.000 Euro. Die Grenze für nicht grundbücherlich besicherte Bauspardarlehen wird von 22.000 auf 25.000 Euro angehoben.

Probleme auf der Kreditseite

So erfreulich die Zuwachsraten auf der Einlagenseite heuer auch sein mögen, auf der Kreditseite knirscht es: die Finanzierungsleistung bei der "s" ist per Ende November um 30 % eingebrochen. Schmidinger rechnet mit einem Volumen von 1,2 Mrd. Euro im Gesamtjahr. Die Leute haben ihr Erspartes genutzt, um Immobilien zu kaufen bzw. haben nicht gekauft. Die Kreditgeber gehen kein Risiko ein: "Nur 0,4 Promille unserer Darlehen weisen eine Rückstandssituation aus - im Risikobereich haben wir noch keine großen Auswirkungen der Arbeitsmarktsituation", so der "s"-Chef.

Die Bausparkassen erleben dennoch einen regen Zulauf - die Zahl der Sparer erhöhte sich heuer auf rund 5,2 Mio. Österreicher - 100.000 neue Kunden entfallen alleine auf die s Bausparkasse. Diese schloss bis Ende November über 300.000 Neuverträge ab - gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 7-8 %. In der gesamten Branche seien heuer über 1 Mio. Neuverträge abgeschlossen worden.

"So etwas haben wir in den vergangenen Jahren nie gehabt - der Inlandsmarkt galt als gesättigt", so Schmidinger. Für das Gesamtjahr erwartet er ein Plus von 10 %. Die Spareinlagen sollten heuer die 6-Milliarden-Grenze überschreiten (2008: 5,3 Mrd. Euro). Per Ende November lagen sie bereits bei 5,8 Mrd. Euro.

Zur Vollversion des Artikels