Unter Druck
Grönland-Streit lässt Ölpreis sinken
19.01.2026Die Ölpreise sind am Montag gesunken. Mit der Eskalation im Grönland-Streit zeigte sich am Markt wenig Risikofreude, was die Ölpreise zum Wochenbeginn unter Druck setzte.
Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März gab um 1,17 Prozent auf 62,70 Dollar nach. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Lieferung im Februar sank um 1,29 Prozent auf 58,67 Dollar.
Am Ölmarkt sind geopolitische Risiken ein bestimmendes Thema. Mit der jüngsten Zuspitzung im Streit um Grönland zwischen den USA und europäischen Ländern drohen neue US-Zölle und eine Gegenreaktion der Europäische Union, was die weitere konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft und damit verbunden die Nachfrage nach Rohöl belasten könnte.
Spannungsfeld
Nach Einschätzung von Robert Rennie, Rohstoffexperte bei der australischen Westpac Bank, befinden sich die Ölpreise in einem komplexen Spannungsfeld zwischen geopolitische Risiken und einer steigenden Fördermenge. Zuletzt hatte unter anderem Massenproteste im wichtigen Förderland Iran und die Sorge einer Ausweitung der geopolitischen Risiken auf die gesamte Region am Persischen Golf die Ölpreise in der vergangenen Wochen zeitweise deutlich nach oben getrieben.
Gleichzeitig gilt der Ölmarkt als überversorgt. Zuletzt hatte die Internationale Energieagentur (IEA) vor einem zu hohen Angebot auf dem Ölmarkt gewarnt, nachdem Länder des Ölverbunds OPEC+ ihre Fördermenge zuletzt stabil gehalten hatten.
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist wieder etwas gestiegen. Am Freitag betrug der Korbpreis 62,94 US-Dollar je Barrel (159 Liter), nach 62,22 Dollar am Donnerstag. Die OPEC berechnet den Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) konnte wieder zulegen. Am Montagvormittag notierte sie mit plus 1,79 Prozent bei 4.666,95 Dollar. In der Nacht auf Montag lag der Preis schon bei 4.690 US-Dollar (4.037,19 Euro).