ORF-Modertoren

"Daheim in Österreich"- Duo mit Kapazität für Neues

22.08.2017

Eva Pölzl und Lukas Schweighofer im ausführlichen Interview zu ihren neuen Aufgaben.

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© ORF/Roman Zach-Kiesling
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Sie sind in den vergangenen Monaten weit herumgekommen: Eva Pölzl und Lukas Schweighofer moderieren seit über einem Jahr das ORF-Frühfernsehen "Guten Morgen Österreich". Jeden Tag senden sie dabei aus einer anderen Gemeinde. "Daheim in Österreich" (werktags 17.30 Uhr auf ORF 2) ergänzt ab sofort den Reiseplan des Duos, das mit der APA über die neue Aufgabe sprach.

Seit gut 16 Monaten sind Sie schon im Land unterwegs, am gestrigen Montag feierte "Daheim in Österreich" am Fuße des Großglockners seine Premiere. Wie kräftezehrend war es bis jetzt und wie sehr freut Sie das neue Format?


Eva Pölzl: Man kann nicht leugnen, dass das natürlich ein Kraftakt ist. Aber die neue Sendung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem wir mit der bestehenden Sendung an einem Punkt der guten Routine angekommen sind. Wir sind ein eingespieltes Team und kennen unsere Abläufe. Insofern ist eine Kapazität für etwas Neues freigeworden.

Lukas Schweighofer: Hätten Sie uns beim Start von "Guten Morgen Österreich" gefragt, ob wir am Nachmittag auch eine Sendung machen wollen, hätte ich Nein gesagt. Aber mittlerweile hat sich sehr viel eingespielt. Insofern freue ich mich sehr, dass am Nachmittag etwas dazukommt.

Pölzl: Außerdem macht es Sinn, diese Klammer herzustellen. Wir können das Thema von der Früh weiterführen. Man beginnt nicht mehr bei Null. Aber die neue Sendung war eine echte Premiere.

Welche Möglichkeiten bietet das Format für Sie?

Pölzl: Wir haben mehr Zeit. In der Früh hast du sehr schmale Slots, da muss viel hinein.

Schweighofer: Das ist bei manchen Themen natürlich sehr wenig. Nun können wir länger über bestimmte Dinge reden. Insofern bietet die Sendung am Nachmittag auch mehr Tiefe.

Ist das der Hauptunterschied zum Morgen?

Pölzl: Wir sind in einer anderen Befindlichkeit - das betrifft schon die Gesprächslänge. Aber auch die Zuseher sind in einem anderen Tempo unterwegs. Das spiegelt sich wieder.

Gibt es für Sie große Umstellungen?

Schweighofer: Das ist für mich noch zu früh, wir hatten ja erst die Premiere. Es ist schwer zu sagen. Man fährt natürlich viel herum. Ich habe in diesem Studio fast 200 Sendungen gemacht und immer "Guten Morgen" gesagt. Das kann mir jetzt um 17.30 Uhr auch passieren. (lacht) Aber was es wirklich heißt, muss man erst sehen.

Pölzl: Was ich bei meiner ersten Schicht gesehen habe: Wir werden mehr Aktualität haben. Wir sind die Ersten in der Früh, die ein Thema setzen. Und das setzt sich beispielsweise mittags fort. Daher haben wir künftig sicher mehr Live-Schaltungen und mehr Infotainment.

Schweighofer: Das liegt uns beiden auch. Etwa die Berichterstattung zum Anschlag in Barcelona war so umgesetzt, wie man es künftig erwarten würde.

Sie arbeiten nun schon eine lange Zeit mit den verschiedenen Landesstudios zusammen. Wie hat sich das entwickelt?

Schweighofer: Es ist wie eine Familie geworden. Irgendwie so, als ob du jede Woche auf Klassenausflug bist. Seit zehn Jahren bin ich jetzt beim ORF, und so eine Freude habe ich noch nie erlebt.

Pölzl: Außerdem erfahren die Landesstudios noch mehr Wertschätzung.

Was haben Sie aus den vergangenen Monaten mitgenommen?

Schweighofer: Die Stimmung in der Früh im Freien ist so etwas besonderes. All diese Sonnenaufgänge. Das versuche ich oft zu genießen, da stehe ich eine Minute neben dem Studio und trinke meinen Kaffee.

Pölzl: Ich habe eine Freude an der Unterschiedlichkeit der Menschen und Regionen. Man redet viel über den Heimatbegriff und Regionalität. Wo unser Konzept so schön aufgeht ist immer dort, wo du Menschen, die weit weg waren, zu ihren Wurzeln zurückbringst. Wenn wir einen großen Sohn, eine große Tochter eines Ortes wieder dort hinholen. Das ist wirklich berührend. Da steht dann Identität sogar über der Regionalität, weil man das spüren kann.

Gibt es für Sie als Moderatoren bei diesen Formaten ob der Intensität ein Ablaufdatum?

Schweighofer:
Ja, ich habe schon vor, dass ich mit 35 in Pension gehe. (lacht)

Pölzl: Wir sind natürlich realistisch und betreiben keinen Raubbau. Wir leben von Anfang an sehr diszipliniert. Aber wir wissen, wofür wir das tun.

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