ORF peilt für 2010 ausgeglichenes Ergebnis an

13.11.2009

Der ORF peilt nach Verlusten für das Budget 2010 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis an. Die Umsatzerlöse sollen im nächsten Jahr 848,7 Mio. Euro erreichen, das Konzern-Ergebnis (EGT) mit 0,1 Mio. Euro knapp positiv sein. Dies geht aus einem Schreiben an die Mitglieder des ORF-Stiftungsrats hervor.

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Das ausgeglichene Ergebnis will der ORF ohne Gebührenerhöhungen und ohne Ansatz für die Refundierung der Gebührenbefreiung erreichen. Allerdings kündigt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz an, dass die Fortführung wichtiger Leistungen bei einer Konzentration auf das Kerngeschäft nicht mehr möglich sei.

Genannt werden dabei die Fortführung der Kinofilmförderung (ÖFI), die Aufrechterhaltung der zur "Verösterreicherung" des Programms notwendigen fiktionalen Eigenproduktionen in der bisherigen Höhe, die Aufrechterhaltung von Sport plus im derzeitigen Leistungsumfang, die Unterstützung diverser regionaler Kultur- und Eventprogramme im vollen Ausmaß, der weitere Ausbau des barrierefreien Zugangs zu den Programmen des ORF, die Umwandlung von TW 1 in einen Info- und Kulturspartenkanal sowie rasche zusätzliche Investitionen in die Einführung digitaler Workflows und in die Vorfinanzierung weiterer Strukturmaßnahmen zur mittelfristigen Kostenreduktion.

Der ORF stellt freilich eine Fortführung dieser Aufgaben beziehungsweise Adaptierungen dieser Streichliste in Aussicht, falls es bis zur nächsten Stiftungsratssitzung am 17. Dezember zwischen SPÖ und ÖVP doch noch zu einer Einigung in Sachen Gebührenrefundieren kommen sollte.

Die SPÖ hat sich ja zuletzt bereits für eine Refundierung der Gebührenbefreiung, die den ORF jährlich etwa 60 Mio. Euro kostet, ausgesprochen, die ÖVP signalisierte Zustimmung für eine befristete Teilrefundierung, wenn der ORF nachhaltige Kosten- und Strukturmaßnahmen setzt.

"Umfassendes Kostenreduktionsprogramm"

Das Ziel eines ausgeglichenen Budgets für 2010 wird von ORF-Chef Wrabetz angesichts der weiterhin schwierigen Situation am Werbemarkt und der für die Sport-Großereignisse Olympia in Vancouver und Fußball-WM in Südafrika notwendigen Mittel von insgesamt 22,4 Mio. Euro als "besonders ambitioniert" bezeichnet. "Es konnte nur durch ein umfassendes Kostenreduktionsprogramm erreicht werden", so Wrabetz weiter.

So soll der Personalaufwand des Senders 2010 auf 333,7 Mio. Euro sinken. 2008 lag dieser noch bei 404,7 Mio. Euro. Der Mitarbeiterstand des ständig im ORF beschäftigten Personals werde sich von 3.713 per 31. Dezember 2007 um 414 auf 3.299 per 31. Dezember 2010 reduzieren, heißt es in der Information an das oberste ORF-Aufsichtsgremium weiter.

Die Vorgabe des ORF-Stiftungsrats, 2010 ein ausgeglichenes Konzern-Ergebnis zu erzielen, werde damit erreicht, heißt es im ORF weiter. Darüber hinaus sollten auch die Bedingungen der Politik im Hinblick auf eine Refundierung der Gebührenbefreiungen erfüllt sein. Der detaillierte ORF-Finanzplan wird derzeit noch finalisiert und den Stiftungsräten am Wochenende übermittelt.

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