Milliarden-Kapitalerhöhung für Erste Group erwartet

01.10.2009

Um die Kapitaldecke zu stärken, prüft nun auch die Erste eine Kapitalerhöhung. Mit Emissionsbanken sollen schon Vorgespräche laufen.

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Unter Verweis auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seinen, berichtete Bloomberg, dass die Erste Group eine Kapitalerhöhung über mehr als 1 Mrd. Euro prüfe. Aus der Erste Group gab es dazu keine Stellungnahme.

Mit mindestens 4 Investmentbanken, darunter Goldman Sachs und JPMorgan Chase, würde eine mögliche Aktien-Emission besprochen, so Bloomberg. Analysten hatten gerade erst vorige Woche über anhaltenden Kapitalbedarf bei der Ersten geschrieben.

Die Erste Group hat im heurigen Frühjahr vom österreichischen Staat 1,2 Mrd. Euro PS-Kapital aufgenommen, für das zweite Halbjahr 2009 war damals zudem der Einschuss von bis zu 1 Mrd. Euro an staatlichem Hybridkapital für die Erste Bank Österreich in Aussicht genommen worden.

"No comment", sagte am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz Erste-Bank-Österreichchefin Elisabeth Bleyleben-Koren zu dem heutigen Bloomberg-Bericht über eine Jung-Aktienemission.

Im März hatte der Bund in Österreich Erste-Partizipationskapital für 1 Mrd. Euro gezeichnet. Danach übernahm der Staat weitere PS für rund 200 Mio. Euro. In der Vereinbarung mit dem Bund stand, dass nicht nur die börsenotierte Holding Staatsgeld aufnehmen würde, sondern auch die "Österreich-Bank", für die die Ausgabe von bis zu 1 Mrd. Euro Hybridkapital an die Republik Österreich angekündigt worden war.

Über dieses Hybridkapital (die Rede ist von rund 940 Mio. Euro) werde noch verhandelt, sagte Bleyleben-Koren heute in Wien. Sie gehe davon aus, dass dies im zweiten Halbjahr genommen würde, sagte sie.

Im Markt wird seit dem Weltfinanzgipfel darüber gerätselt, wie lange Hybrid- und PS-Kapital noch dem Kernkapital von Banken zugerechnet werden darf. Dass die Bank Austria mit Entscheidung des Mailänder Mutterkonzerns UniCredit jetzt über die UniCredit echtes dauerhaftes Aktienkapital bekommt, war laut Experten neben dem Streit um Wandlungsrechte und Polit-Auflagen einer der Gründe, warum Bank Austria und UniCredit staatliche Hilfe ausgeschlagen haben.

Große Banken auch in Europa trachten derzeit, sich bei nächster Gelegenheit von staatlichen Hilfen und damit verbundenen Auflagen wieder zu befreien. Ob auch die Erste Group ihr staatliches PS-Kapital früher abschichten wird? "Wir werden das Staatskapital aus unseren Gewinnen in den nächsten fünf Jahren zurückzahlen", sagte Bleyleben-Koren heute. "Da hat sich nichts geändert".

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