2-Euro-Abgabe
Neue Paketsteuer: Händler schlagen Alarm
16.05.2026Die geplante Paketabgabe von zwei Euro sorgt in Österreich für zunehmenden Widerstand. Vor allem kleine und mittlere Händler schlagen Alarm: Sie befürchten massive Mehrkosten und Nachteile im Wettbewerb mit großen internationalen Online-Plattformen.
Besonders kritisch sieht die Wirtschaftskammer (WKÖ) die Pläne der Regierung. Handelsvertreter Alexander Smuk warnte im "Ö1-Mittagsjournal", dass die neue Abgabe tausende heimische Betriebe hart treffen könnte. Betroffen seien vor allem kleinere Händler, die ihre Produkte über Online-Marktplätze verkaufen.
Paketabgabe von 2 Euro: Wirbel um Gesetz
Tausende Händler betroffen
Nach Einschätzung der WKÖ könnten zwischen 4.000 und 5.000 österreichische Klein- und Mittelbetriebe die Folgen direkt zu spüren bekommen. Der Grund: Große Plattformen würden die zusätzlichen Kosten vermutlich an ihre Händler weiterreichen. Smuk spricht von einem „fatalen Einschnitt“, insbesondere für Ein-Personen-Unternehmen und kleinere Betriebe. Diese hätten bereits jetzt Schwierigkeiten, mit internationalen Anbietern aus Asien mitzuhalten.
Die Sorge: Die neuen Kosten könnten letztlich bei den Konsumenten landen. Denn viele Händler dürften gezwungen sein, die geplanten zwei Euro pro Paket an Kunden weiterzugeben. Betroffen wäre laut WKÖ nicht nur der klassische Online-Handel. Auch stationäre Geschäfte könnten zur Kasse gebeten werden, etwa dann, wenn Waren nach telefonischer Bestellung per Paket verschickt werden.
Studie dämpft Hoffnung auf Ausweg
Ein möglicher Weg, die Abgabe zu umgehen, scheint laut einer neuen Untersuchung kaum praktikabel: die Selbstabholung im Geschäft, bekannt als „Click & Collect“. Forscher der Linzer Kepler-Universität kommen zu dem Ergebnis, dass diese Option in Österreich nur eine geringe Rolle spielt. Nicht einmal sechs Prozent der Online-Ausgaben entfielen zuletzt auf diesen Vertriebsweg,Tendenz rückläufig.
Zudem kaufen viele Menschen bei Plattformen ohne Filialnetz. Laut Studie bestellen 87 Prozent der österreichischen Online-Shopper bei Amazon, mehr als die Hälfte nutzt Anbieter wie Temu oder Shein. Gleichzeitig bevorzugen laut Forschern 59 Prozent ausdrücklich die Lieferung direkt nach Hause.
Nicht alle sehen die Abgabe negativ
Aus Teilen der Handelsbranche kommt allerdings auch Zustimmung. Das Austrian Council of Shopping Places (ACSP) sieht in der Paketabgabe eine Chance auf fairere Wettbewerbsbedingungen zwischen internationalen Online-Riesen und dem stationären Handel.
Die Organisation spricht von einem ersten Schritt hin zu „mehr Chancengleichheit“ für Händler in Innenstädten, Einkaufsstraßen und Shoppingcentern. Die Wirtschaftskammer will ihre Kritik kommende Woche bei Gesprächen im Finanzministerium vorbringen.