Fairtrade und Ruefa verlängern Zusammenarbeit

09.02.2010

Ruefa verlängert die vor drei Jahren begonnene Zusammenarbeit mit Fairtrade. Auch 2010 bietet der Reiseveranstalter bei Reisen nach Ecuador und Nicaragua zusätzlich zu Touristenattraktionen Besuche bei Bauern an. So sollen die Konsumenten in Europa spüren, woher Fairtrade-Rosen, Bananen und Kakao kommen, sagt Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich.

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Ruefa Studienreisen, Mitglied der Verkehrsbüro Group, setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit lokalen Anbietern und verzichtet auf internationale Hotelketten. "Wir wollen damit die einheimische Beschäftigung fördern und die Finanzierung von Sozialprojekten ermöglichen", sagte Irene Korger-Binder, Produktmanagerin von Ruefa Studienreisen. "Die Ausgaben der Reisenden bleiben im Land und vor Ort werden die Partner laufend kontrolliert", sieht sie zwei Fairtrade-Prinzipien bei diesen Reisen verwirklicht.

Einen "wachsenden Anspruch der Kunden quer durch die Altersschichten" nimmt Korger-Binder im Bereich der nachhaltigen und ökologischen Reisen wahr. Entsprechend verwies sie auf eine wachsende Nachfrage nach Fairtrade-Reisen. Sie wollte allerdings weder Umsatz noch Gewinnzahlen für die "kleine, aber stark wachsende Sparte" nennen, die etwa 5 % des Umsatzes der Individualreisen ausmacht.

"Gerade zum Valentinstag" will Kirner daran erinnern, dass viele Rosen mit für die Arbeiter gefährlichen Pestiziden besprüht werden und Schokolade oft in Kinderarbeit erzeugt wird. Von Fairtrade wurden in Österreich 2009 mehr als 11,6 Mio. Rosen und 486 t Schokolade verkauft. Zum Valentinstag stehen dieses Jahr mehr als 3 Mio. Fairtrade-Rosen und 40 t Fairtrade-Schokolade zum Verkauf bereit.

"Gute Schokolade kann nur unter guten Bedingungen"

Eine von Ruefas Studienreisen führt zur Kakaobauernkooperative ACAWAS, die für die "Mitzi Blue Bio-Schokolade" des Vorarlberger Chocolatiers Josef Zotter die Grundstoffe liefert. Für Zotter ist die Qualität der Kakaobohnen Voraussetzung für "faire", sprich etwas höhere, Preise. Zotter selbst überlegt sich auf Reisen nach Lateinamerika, wie man die Qualität in Zusammenarbeit mit den Bauern verbessern könnte. "Gute Schokolade kann nur unter guten Bedingungen entstehen", so Zotters Resümee.

2006 begann er das Projekt "Kakao statt Armut", das sich für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von 180 Kakaobauern in Nicaragua, dem zweitärmsten Land Südamerikas, einsetzt. Die Bauern aus dem Amazonas kamen selbst nach Österreich, um die Verarbeitung des Rohkakaos kennenzulernen und die Rolle des Anbaus zu verstehen. Der Preis des Kakaos in der Kooperative ist durch die hohe Qualität auf das Fünffache gestiegen.

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