Stellenabbaua
Pharma-Beben: Sandoz streicht 100 Jobs im Tiroler Kundl
13.03.2026Der Generika-Hersteller Sandoz will an seinem Standort im Tiroler Kundl (Bezirk Kufstein) offenbar rund 100 Mitarbeiter abbauen.
Man plane die Schließung des Development Centers, das auf die Entwicklung generischer Arzneimittel ausgerichtet ist, bestätigte das Unternehmen der APA einen Bericht der "Tiroler Tageszeitung" (Freitagsausgabe). Die Maßnahme würde ausschließlich die Entwicklungsorganisation betreffen, nicht hingegen den Antibiotika-Produktionsstandort, wurde betont.
Die betroffenen rund 100 Beschäftigten seien über die "geplanten Veränderungen" bereits informiert worden, hieß es. Derzeit befinde man sich im Konsultationsprozess mit dem lokalen Betriebsrat. "Wir werden alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen mit Sorgfalt und umfassenden Unterstützungsangeboten begleiten, um ihnen den Übergang zu neuen Möglichkeiten innerhalb oder außerhalb von Sandoz zu erleichtern", teilte Sandoz mit. Das Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz beschäftigt in Österreich derzeit 2.700 Mitarbeiter. Das Development Center in Kundl unterstütze eine "breite Palette an Arzneimitteln und ist nicht ausschließlich auf Antibiotika fokussiert", hieß es.
Dem Betriebsrat zufolge könnten in Kundl sogar zwischen 170 und 190 Jobs gestrichen werden. Laut den Belegschaftsvertretern soll in zwei Abteilungen Personal gekürzt sowie die aufgelöste Abteilung nach Slowenien und Indien verlagert werden. Die Antibiotika-Forschungsabteilung dagegen bleibe in Kundl. Diese Zahlen wollte das Unternehmen gegenüber der "TT" weder bestätigen noch dementieren. Gegenüber der APA war man dahingehend für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar.
Standort Kundl weiter "strategisches Zentrum für Penicilline"
Kundl bleibe für Sandoz jedenfalls weiter das strategische Zentrum für Penicilline, was in Europa "einzigartig" sei, beteuerte die Unternehmensspitze. Die Verantwortlichen verwiesen auf Investitionen in den Produktionsstandort allein in den vergangenen zwei Jahren in Höhe von 200 Mio. Euro. Ebenfalls nicht betroffen sei die kommerzielle Organisation in Wien, die für die Versorgung österreichischer Patienten verantwortlich sei.