"Schon ab Ostern"
Sprit-Lockdown droht: OPEC schmiedet Geheimplan
30.03.2026Ab Ostern könnte der Sprit an einigen Tankstellen nicht mehr verkauft werden, meint Energieexperte zu oe24. Die OPEC schmiedet bereits einen Geheimplan zu Rationierungen.
Die Lage am Energiemarkt ist dramatisch. Von einem Tag auf den anderen wurde die Straße von Hormus blockiert, der Iran-Krieg könnte mit Bodentruppen verlängert werden. Schon jetzt sind Raffinerien am Persischen Golf stillgelegt und teils beschädigt. "Sie wieder hochzufahren wird auch nach Kriegsende Monate dauern", sagt Energieexperte Johannes Benigni vom Unternehmen JBC Vienna zu oe24.
"Rund um Ostern könnten Tankstellen im ländlichen Bereich Verkauf einstellen"
Derzeit gibt es zwar noch genug Sprit in Europa - aber der Verkauf könnte schon "rund um Ostern bei Tankstellen im ländlichen Bereich eingestellt werden", warnt Benigni. Als Grund nennt er die Spritpreisbremse der Regierung, die ab 1. April oder 2. April eingeführt werden soll. Noch weiß das im Wirtschafts- und Finanzministerium niemand so genau. "Noch können die Händler verkaufen, was sie auf Lager haben. Das ist in wenigen Tagen erschöpft."
Ab dann könnte es sich für viele Tankstellenbetreiber nicht mehr lohnen, Diesel oder Super zu verkaufen. "Sie würden ein Verlustgeschäft machen", sagt Benigni. Denn sie haben vielleicht eine Marge von rund 10 Cent pro Liter (welche die Regierung um 5 Cent halbieren will), aber in der Marge sind viele Kosten enthalten, der Gewinn macht einen kleinen Teil davon aus.
Die Marge ist die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem Einkaufspreis eines Produkts. Sie dient zur Deckung der Betriebskosten und zur Erzielung eines Gewinns.
Wie oe24 berichtete, senkt die Regierung ab 1. April die Mineralölsteuer um 5 Cent - die anderen 5 Cent will sie "von Krisengewinnen entlang der Wertschöpfungskette" einbehalten. Das heißt: Die Regierung will, dass die Marge der Verkäufer von Sprit um 5 Cent gesenkt wird.
"Tankstellen in Asien stellen schon den Verkauf ein"
"Wenn die Kosten für Unternehmen (Risikozuschläge, Transport etc.) rausgerechnet werden, bleiben rund 10 Cent übrig. Hier kappen wir bei 50 Prozent, wodurch sich 5 Cent ergeben", heißt es von Regierungseite.
"Das ist Schwachsinn", dröhnt Energieexperte Benigni. Erstens machen die Raffinerien das große Geschäft, ihre Marge hat sich seit Iran-Krieg auf rund 70 Dollar pro Fass verdoppelt. "Aber nur eine Raffinerie steht in Österreich. Die OMV, die Dividende an die Republik zahlt. Die in Süddeutschland werden ihren Sprit woanders hin verkaufen. In der jetzigen Situation ist Sprit überall gesucht, dann liefern sie in andere Länder."
Die großen Unternehmen möchten auch nicht ihre gesamte Kostenkalkulation gegenüber der e-Control offenlegen. "Das sind Geschäftsgeheimnisse. Bevor sie das herausrücken, verkaufen sie hier lieber nicht." Auch dieser Punkt spreche für Verkaufsstopps, auch wenn Sprit noch nicht knapp sei.
In Asien haben viele Tankstellen den Verkauf eingestellt. Dort gibt es einen Mangel. Bei uns in Europa werden Benzin und Diesel vielleicht Ende April knapp, meinte etwa die deutsche Wirtschaftsministerin. "Europa ist Nettoimporteur", sagt der Energieexperte. "Wir importieren 20% Diesel, 30% Kerosin." Nach dem Wegfall von Russland werde es nach dem Wegfall vom Öl aus dem Persischen Golf langsam knapp. "Bald könnte der Diesel drei Euro pro Liter kosten", sagt Benigni.
Die Regierungsspritbremse mache die Preise nur höher. Denn wenn Tankstellen jetzt aus längerfristigen Lieferverträgen aussteigen, weil sie zu den Bedingungen nicht verkaufen wollen, müssen sie später teurere neue Verträge abschließen. Was direkt auf die Kundenpreise durchschlage.
OPEC schmiedet Geheimplan
Laut oe24-Informationen wird in der OPEC ein Geheimplan zur Öl-Rationierung geschmiedet. Die Organisation erdölexportierender Länder hat ihren Sitz in Wien und vertritt Länder, die mehr als ein Drittel des weltweiten Rohöls fördern. Ihr Hauptziel ist die Abstimmung der Ölpolitik und in der Zentrale herrsche derzeit Ausnahmezustand, so ein Insider.
Übrigens: Von der Spritpreisbremse in Österreich sind Tankstellenbetreiber mit weniger als 30 Filialen ausgenommen. Ahnt die Regierung, dass die Spritpreisbremse Schwierigkeiten bringen könnte?