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Drogeriemarktkette dm in Österreich erneut über Umsatzmilliarde

10.11.2022

Die Drogeriemarktkette dm hat im mit 30. September zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2021/22 die Erlöse erneut gesteigert.

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© APA/dpa/unbekannt
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Bei dm Österreich stieg der Umsatz bei gleichbleibender Filialzahl um 4,9 Prozent auf 1.052 Mio. Euro, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Bezieht man die Tochtergesellschaften in den elf mittel- und südosteuropäischen Ländern inklusive Italien mit ein, wuchs der Umsatz noch stärker - und zwar um 13,4 Prozent auf 3,660 Mrd. Euro.

Das Filialnetz blieb in Österreich im Vorjahr mit 386 Geschäften gleich, in den elf sogenannten "verbundenen Ländern" kamen zu den bestehenden 1.407 Filialen 53 neue hinzu. "dm bewegt sich stabil durch die aktuellen Krisen - dank der Kunden", sagte Martin Engelmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, am Donnerstag beim Bilanz-Pressegespräch in der neu eröffneten Firmenzentrale in Wals-Siezenheim. Das Wachstum gleiche die abgeflachte Entwicklung der beiden durch Covid geprägten Vorjahre mehr als aus. "Quer über alle Länder haben wir die Zuwächse einer deutlich steigenden Zahl von Einkäufen zu verdanken - verbunden mit konstanten oder leicht steigenden Umsätzen pro Einkauf." Allein in Österreich habe sich die Zahl der Einkäufe um 13 Prozent erhöht.

Allerdings wirke die nicht beendete Corona-Pandemie nach wie vor nach. Der Geschäftsbereich "dekorative Kosmetik" (Make-Up) habe sich wieder erholt und der Vorjahres-Boom bei Desinfektions-, Reinigungs-und Klopapier-Artikel sei wieder abgeflacht. Bei den dm-Friseur- und Kosmetikstudios habe es aber einen nachhaltigen Effekt gegeben. "Viele Kunden sind in den Graumarkt abgewandert, manche Friseurinnen und Friseure haben auch den Beruf gewechselt", erklärte Engelmann. Der Konzern habe darum in Österreich begonnen, Studios zusammenzulegen. Das spiegle sich im leichten Rückgang der Mitarbeiterzahl in Österreich wider, die um 39 auf 6.852 Personen sank.

Derzeit komme im Unternehmen dem Kampf gegen die Teuerung ein hoher Stellenwert zu. "Es geht darum die Kaufkraft unserer Kundinnen und Kunden zu erhalten - und die unserer Mitarbeiter", betonte am Donnerstag auch Thomas Köck, der in der Geschäftsführung für Expansion zuständig ist. Die Durchschnittspreise im dm-Warenkorb seien um lediglich 1,3 Prozent gestiegen. Dazu habe man in allen Ländern Löhne, Gehälter und Sozialleistungen für Mitarbeiter erhöht - dort wo die Inflation besonders hoch ist, teilweise im zweistelligen Prozentbereich.

Große Bedeutung bei der Preisstabilität komme den dm-Eigenmarken zu. Die rund 4.000 Artikel machen laut Köck mittlerweile 30 Prozent des Umsatzes und 40 Prozent der verkauften Menge aus. Ein Vergleichswarenkorb habe gezeigt, dass sie im Unterschied zu Industrieprodukten um rund 40 Prozent billiger seien. Wer zudem geschickt das Payback-Kundenbindungsprogramm nutze, könne Einkaufspreise um bis zu neun Prozent senken.

Dass die aktuellen Preiserhöhungen nicht doch noch durchschlagen werden, wollte Martin Engelmann heute nicht ausschließen. "Wir prüfen aber bei jeder einzelnen Erhöhung, was ist gerechtfertigt und was ist Wunschdenken mancher Hersteller." Auf das laufende Geschäftsjahr blickt er zuversichtlich. "Wir sind ein stabil nachgefragter Grundversorger für Schönheit, Gesundheit und Wohlfühlen geworden. Bei Krisen spielt das kleine Glück des Alltags für die Menschen eine große Rolle."

Zufrieden zeigte sich der Manager heute mit dem Online-Geschäft: Der Webshop dm.at zähle zwei Millionen Zugriffe im Monat, der Online-Umsatz wuchs um 52 Prozent auf knapp 29 Mio. Euro an. "Bis auf Nordmazedonien sind wir nun auch in allen anderen verbundenen Ländern mit einem Online-Shop präsent", sagte Engelmann. Wie im Vorjahr werde dm auch heuer wieder viel Geld investieren. So sollen in die zwölf Länder 190 Mio. Euro fließen - vor allem in das Filialnetz, Verwaltungsgebäude und die Logistik. Parallel strebe der Konzern den Ausstieg aus Öl und Gas an. In Österreich seien aktuell noch knapp über 100 Filialen teilweise noch auf Gas angewiesen, bis auf 10 Standorte sollen aber alle Filialen im Laufe des kommenden Jahres umgestellt werden. Im Gesamtkonzern will man bis 2030 frei von fossilen Energieträgern sein.

Die gesamte dm-Gruppe inklusive dem mit Abstand größten Markt Deutschland (der heuer um die ersten fünf Filialen in Polen erweitert wurde) erwirtschaftete 2021/2022 mit 3.945 Filialen und 71.620 Mitarbeitern in 14 Ländern (6.852 davon waren mit Ende September in Österreich beschäftigt) einen Umsatz von knapp 13,6 Mrd. Euro - ein Plus von 10,7 Prozent.

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