Lenzing-Gewinn eingebrochen

24.08.2009

Der börsenotierte Faserhersteller hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2009 einen Gewinneinbruch erlitten. Das operative Ergebnis schrumpfte von 72,1 auf 15,4 Mio. Euro, der Periodengewinn von 46,8 auf 5,9 Mio. Euro. Vor Steuern und Minderheitenanteil verringerte sich der Gewinn (EBT) von 64,8 auf 8 Mio. Euro. Das EBITDA halbierte sich auf 107,3 auf 53,2 Mio. Euro. Weniger stark gingen die Umsätze zurück - um 14,4 Prozent auf 589,9 Mio. Euro.

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Unter Druck gerieten in den ersten sechs Monaten auch die Margen: Die EBIT-Marge sank von 10,5 auf 2,6 Prozent, die EBITDA-Marge von 15,6 auf 9,0 Prozent. Der Brutto-Cash-Flow verschlechterte sich von 82,3 auf 41,6 Mio. Euro. Die bereinigte Eigenkapitalquote - Ende 2008 noch 42,7 Prozent - ging auf 40,8 Prozent zurück.

Für das zweite Halbjahr erwartet das oberösterreichische Unternehmen den Angaben zufolge eine "vorsichtige Stabilisierung" der Gewinne. Bereits im zweiten Quartal hat Lenzing das Ergebnis mit einem Periodengewinn von 11,3 Mio. Euro wieder klar ins Plus gedreht - nach einem Periodenverlust von 5,4 Mio. Euro im ersten Quartal. Das Jahresergebnis werde allerdings "signifikant unter jenem des Vorjahres liegen".

Als Ursachen für den Umsatzrückgang nannte das Unternehmen geringere Faserproduktionsmengen an den nicht integrierten Standorten während des ersten Quartals, insgesamt deutlich niedrigere Faserpreise und geringere Umsätze im Segment Plastics.

Preise noch unbefriedigend

"Wir sehen am Weltfasermarkt nach dem scharfen Einbruch zum Jahreswechsel 2008/09 nunmehr eine gewisse Bodenbildung. Die Mengennachfrage zog zuletzt wieder an, die Preise sind trotz Anpassungen aber noch immer unbefriedigend und weit entfernt von dem Niveau des vergangenen Rekordjahres", teilte Lenzing-Vorstandsvorsitzender Peter Untersperger mit. Lenzing profitiere zudem jetzt einmal mehr von seiner Spezialitätenstrategie und dem Umstand, im ersten Quartal selbst in den schwierigsten Zeiten seine Kunden verlässlich mit Fasern versorgt zu haben.

Beide Maßnahmen ermöglichten es Lenzing, im zweiten Quartal seine Cellulosefaserkapazitäten voll auszufahren, was sich in der Ergebnisverbesserung gegenüber dem ersten Quartal niederschlug. Zu Jahreswechsel eingeleitete Kosteneinsparungen auf allen Ebenen hätten ebenfalls bereits zur jüngsten Ergebnisverbesserung beigetragen.

Die Lenzing-Gruppe beschäftigte per Ende Juni 5.775 Mitarbeiter (nach 5.945 Mitarbeitern per 31. Dezember 2008), wobei der Rückgang vor allem auf konjunkturbedingte Kapazitätsanpassungen zurückzuführen sei.

Im Kerngeschäftsfeld Fasern war das erste Halbjahr dem globalen Markttrend entsprechend höchst volatil. In der Business Unit Faser Textil lag der Schwerpunkt auf der weiteren Forcierung hochwertiger Spezialfasern, um dem Preisdruck bei Standardfasern entgegen zu wirken. In der Business Unit Faser Nonwovens war der Geschäftsverlauf vor allem im ersten Quartal von der generell schwachen Konjunktur geprägt, aber auch hier setzte ab dem zweiten Quartal eine kontinuierlich steigende Nachfrage bei cellulosischen Nonwovens-Produkten ein.

Die Produktionsanlagen waren den Angaben zufolge zur Jahresmitte nahezu komplett ausgelastet. Bei Zellstoff erfolgte nach dem starken Rückgang der Zellstoffpreise im Vorjahr im ersten Halbjahr 2009 ein leichter Preisanstieg. Dies war laut Lenzing Folge niedriger Zellstofflagerbestände in der gesamten Industrie sowie einer gewissen Konjunkturstabilisierung.

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