Klares Ergebnis
Wiener Studie: So wirksam waren Corona-Medikamente wirklich
10.02.2026Für die Studie wurden Daten von mehr als 290.000 Tests Behandelter und Unbehandelter verglichen
Die speziell bei Menschen mit erhöhtem Risiko verwendeten Covid-19-Medikamente Nirmatrelvir-Ritonavir und Molnupiravir zur Unterdrückung der Virusvermehrung dürften sich bewährt haben. Daten aus mehr als 290.000 PCR-Tests in Wien deuten auf eine schnelle Verringerung der Viruslast hin. Nach Ende der Therapie zeigte sich allerdings auch ein vorübergehender teilweiser Wiederanstieg der Virusbelastung.
Die beiden Medikamente als Hemmstoffe für Enzyme, welche für die Vermehrung von SARS-CoV-2 wichtig sind, wurden 2022 für die Behandlung von Covid-19-Infektionen zugelassen. Schließlich blieb Nirmatrelvir-Ritonavir (Paxlovid) übrig. Beide sollten möglichst früh nach einem positiven PCR-Test und über fünf Tage hinweg eingenommen werden. Gedacht ist die Therapie für Covid-19-Patienten, bei denen einerseits (noch) kein zusätzlicher Sauerstoff zugeführt werden muss, andererseits ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf besteht. Die sind besonders Betagte und Menschen mit Mehrfacherkrankungen.
Tests aus 2022 und 2023 analysiert
Wiener Wissenschafter um Markus Zeitlinger (Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie der MedUni Wien/AKH) haben jetzt im "Virology Journal" eine Studie veröffentlicht (doi: 10.1186/s12985-025-03057-2), in der die CT-PCR-Werte von Behandelten und Nichtbehandelten im Rahmen von Covid-19 verglichen wurden. "Wir analysierten 291.340 SARS-CoV-2-CT-Werte von 113.399 nicht hospitalisierten erwachsenen Patienten in Wien (Jänner 2022 bis Mai 2023), darunter 30.451 Testergebnisse von 12.166 Nirmatrelvir-Ritonavir-Empfängern, 27.959 Tests von 10.752 Molnupiravir-Empfängern und 232.930 Testergebnisse von 90.481 unbehandelten Kontrollpersonen", schrieben die Wissenschafter.
CT-Werte aus PCR-Untersuchungen sind ein Hinweis auf die Viruslast in der Probe, woraus auch auf die Infektiosität der Betroffenen geschlossen werden kann. CT-Werte von zehn bis 15 deuten auf eine aktive Infektion mit höherer Viruslast hin. CT-Pegel von 30 und darüber deuten auf eine niedrige bis sehr niedrige Viruskonzentration hin.
Schnellere Virus-Elimination
Die Ergebnisse der Studie: "Die Behandlung mit Nirmatrelvir-Ritonavir wurde im Durchschnitt 2,1 Tage nach dem ersten positiven PCR-Test begonnen. Die Viruselimination verlief nach Behandlungsbeginn schneller, was sich in signifikant höheren CT-Werten an den Tagen drei bis neun und einer kürzeren Zeit bis zum Erreichen des CT-Schwellenwerts von 30 zeigte (Tage vier bis fünf in der Nirmatrelvir-Ritonavir-Gruppe gegenüber den Tagen acht bis neun in der Kontrollgruppe der Unbehandelten; Anm.). Nach Tag zehn waren die CT-Werte in der Nirmatrelvir-Ritonavir-Gruppe niedriger als in der Kontrollgruppe, mit statistisch signifikanten Unterschieden an den Tagen zwölf bis 14."
Die Behandlung mit Molnupiravir, das mittlerweile keine europaweite Zulassung hat, wurde im Schnitt zwei Tage nach dem positiven PCR-Test begonnen. "Die Viruselimination verlief anschließend schneller, was sich in signifikant höheren CT-Werten an den Tagen vier bis sieben und einer kürzeren Zeit bis zum Erreichen des CT-Schwellenwerts von 30 zeigte (Tage sechs bis sieben in der Nirmatrelvir-Ritonavir-Gruppe gegenüber Tagen acht bis neun in der Kontrollgruppe, Anm.). Nach Tag acht waren die CT-Werte in der Molnupiravir-Gruppe niedriger als in der Kontrollgruppe, mit statistisch signifikanten Unterschieden zwischen Tag neun und 14", stellten die Wissenschafter fest.
Mit beiden Arzneimitteln wurde damit die Virusvermehrung gebremst und im Vergleich zu einer unbehandelten Covid-19-Erkrankung wahrscheinlich die Dauer der Infektiosität verkürzt. Während bei Unbehandelten die Viruslast im weiteren Verlauf ständig abnahm, ließ der Effekt der Arzneimittel nach Ende der Behandlung kurz nach, CT-Werte um bzw. über 30 wurden aber regelmäßig erreicht.