Neuer Spionage-Skandal

Android-Apps greifen auf private Fotos zu

02.03.2012


Die Fotos können ohne Nachfrage auf externen Servern gespeichert werden.

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© EPA
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Apps (Anwendungen) machen ein Smartphone erst zudem was es eigentlich ist  - ein mobiler Alleskönner. Ohne die kleinen, oft nützlichen Zusatzprogramme hätten die Geräte in den letzten Jahren keinen solchen Boom erlebt. Doch in den letzten Wochen sorgten die Apps für viele negative Schlagzeilen. Mehrere Spionage-Skandale veranlassten die großen Anbieter wie Apple, Google und Microsoft sogar dazu, einen Vertrag mit dem US-Justizministerium zu unterzeichnen , durch den die Rechte der Drittanbieter eingeschränkt werden. So soll der Datenschutz der Nutzer besser geschützt werden.

Alle Android-Apps können auf Fotos zugreifen
Doch nun hat die "New York Times" einen neuen Skandal aufgedeckt, der die bisherigen noch zu übertreffen scheint. Laut dem Bericht können Android -Apps auf die privaten Fotos der Smartphone-Nutzer zugreifen und diese sogar auf ihren externen Servern speichern. Der Zugriff erfolgt dabei völlig ohne Information des Nutzers. Es gibt also keine Rückfragen.

Betroffen sind alle Programme für das Google-Betriebssystem. Die Nutzer müssen dem Programm nur erlauben, über das Smartphone auf das Internet zugreifen zu dürfen. Viele Apps funktionieren aber nur dadurch, weshalb diese Freigabe gang und gäbe ist.

Google bestätigte die Lücke
Google hat den Bericht bereits bestätigt. Gegenüber der NYT hieß es, dass der IT-Riese erwägt, die Möglichkeit der Speicherung und des Zugriffs auf Fotos zu ändern. Wann dies passieren soll, bleibt vorerst offen.

Verstoß gegen Datenschutzrichtlinie
Wenn ein App-Anbieter diese Sicherheitslücke ausnutzt, verstößt er gegen die Datenschutzvorgaben von Google. Sollte er erwischt werden, wird die App aus dem Android-Market verbannt. Ob und von welchen Anbietern die Lücke ausgenutzt wird bzw. wurde, konnte die Zeitung nicht herausfinden.

Technik Trends 2012

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