Aus vier mach drei

"3" kauft Orange - Änderungen für Kunden?

03.02.2012


Die Auswirkungen des jüngste Deals der heimischen Mobilfunkbranche.

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© 3/Orange
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Mit der Übernahme von Orange durch "3" (Hutchison) verschwindet ein Mobilfunkanbieter komplett vom heimischen Markt - vorausgesetzt die zuständigen Behörden in Brüssel geben grünes Licht. Welche konkreten Auswirkungen dieser Deal für die Kunden, Mitarbeiter bzw. Handy-Nutzer hat, lässt sich zwar noch nicht genau sagen, einige Tendenzen zeichnen sich jedoch schon ab. 

Keine kurzfristigen Änderungen
Für die Kunden ändert sich zumindest im nächsten halben Jahr nichts, beide Marken würden laut Orange-Chef Michael Krammer (rechts) unabhängig voneinander weiter geführt. Auch "3"-Chef Jan Trionow (links) verspricht, dass sich für die Kunden der France-Telecom-Tochter Orange "vorerst nichts ändert". Die Marke Orange werde aber "mittelfristig" verschwinden.

Geht der Preiskampf weiter?
Der beinharte Preiskampf, der Österreich zu einem der billigsten "Handyländer" der Welt gemacht hat, könnte aber in Zukunft deutlich abflauen. Ob die Tarife nach dem Aus von Orange steigen werden, bleibt zwar abzuwarten. Die Möglichkeit besteht jedenfalls. Schließlich fällt ein Rivale komplett weg. Das sehen die Chefs der Unternehmen freilich anders: "Der Wettbewerb wird intensiv bleiben. Wir haben viel vor und wollen ein Drittel des Marktes erreichen. Wir werden uns weiter preisaggressiv verhalten", betonte Trionow. Ähnlich sieht es Krammer. So bringe die Konsolidierung laut ihm den Kunden günstigere statt teurere Preise.

Für die Kunden der beiden Anbieter liegen die größten Vorteile der Synergieeffekte in der Technik. Derzeit habe Orange rund 5.000 und "3" um die 4.000 Standorte, künftig würden lediglich bis zu 6.000 Masten benötigt.

Jobabbau
Orange hat derzeit rund 800 Mitarbeiter, "3" ca. 570. Wie viele nach der abgeschlossenen Übernahme übrigbleiben werden, wollte Trionow nicht beziffern. Aber auch im Personalbereich werde es Veränderungen geben. Die bestehenden Lieferverträge für die Infrastruktur laufen weiter, weitere Details müssten noch geklärt werden. Offen sei auch, ob der Orange-Standort in Wien-Floridsdorf erhalten bleibt. "3" hat das Hauptquartier im Wiener Gasometer.

Was war mit Yesss?
Warum "3" nicht gleich auch Yesss mit übernommen hat, begründet der "3"-Boss mit der Einmarkenstrategie des Unternehmens. "Wir wollten uns auf eine Kernmarke konzentrieren", meinte er.

Krammer muss gehen
Das Management von "3" übernimmt das Ruder bei Orange, Orange-Boss Krammer wird das Unternehmen nach dem endgültigen Closing gehen.

Technik-Trends 2012

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