Seit dem 8. Mai

Heimlich: Instagram schafft diese Datenschutz-Funktion ab

11.05.2026

Im März hat Meta, Mutterkonzern von Instagram, fast heimlich seine Nutzungsbedingungen für die App verändert. Dabei wurde die "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung" gestrichen. Diese Entscheidung sorgt für gespaltene Reaktionen.

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Bei Instagram können Nutzer seit dem 8. März weltweit keine privaten Nachrichten über die sogenannte "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung" verschicken. Bei dieser Funktion wird die Nachricht beim Absender verschlüsselt und beim Empfänger wieder entschlüsselt.

Damit kehrt Meta dem Datenschutz den Rücken. Bisher hat der Instagram-Mutterkonzern die Funktion als den Goldstandard präsentiert. Mit der Abschaffung der Funktion kann das Unternehmen bei privaten Nachrichten mitlesen.

Einige glücklich über den Schritt

Die "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung" ist die sicherste Form der Online-Kommunikation. Doch laut manchen Aktivisten würde durch die Funktion extremistische Inhalte ungehindert verbreitet werden.

Sie begrüßen Metas Schritt. Rani Govender von der National Society for the Prevention of Cruelty to Children erklärt gegenüber der "BBC": "Wir freuen uns sehr. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann es Tätern ermöglichen, unentdeckt zu bleiben, sodass die Anbahnung und der Missbrauch von Kindern unbemerkt bleiben." Mit der Abschaltung der "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung" hat Instagram Zugriff auf alle Inhalte von privaten Direktnachrichten, einschließlich Bilder, Videos und Sprachnachrichten.

"Die Zukunft ist privat"  

Noch 2019 dachte das Unternehmen anders. Es hatte versprochen: "Die Zukunft ist privat." 2023 bot Instagram die Funktion optional an. Das Ziel war, dass diese irgendwann standardmäßig aktiv sei. Somit mussten Nutzer bisher selbst die "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung" aktivieren.

Nun wird nur noch eine Standardverschlüsselung angeboten. Neben Meta nutzen die großen Online-Dienste wie Google Mail diese ebenfalls. Somit können die Unternehmen bei Bedarf auf die privaten Daten der Nutzer zugreifen.

Datenschützer enttäuscht

Für die Datenschützer ist diese Änderung ein Rückschritt. Maya Thomas von Big Brother Watch sei "enttäuscht" und betont gegenüber der "BBC": "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist eine der wichtigsten Möglichkeiten für Kinder, ihre Daten online zu schützen. Wir befürchten daher, dass Meta dem Druck der Regierung nachgibt."

Öffentlich hat der Mutterkonzern seine Pläne nicht kommuniziert. Sie haben heimlich ihre Nutzungsbedingungen für die App aktualisiert: "Ende-zu-Ende-verschlüsselte Nachrichten auf Instagram werden nach dem 8. Mai 2026 nicht mehr unterstützt. Wenn Ihre Chats von dieser Änderung betroffen sind, finden Sie Anweisungen zum Herunterladen von Medien oder Nachrichten, die Sie behalten möchten." Meta hat sich für diesen Weg entschieden, weil die Nutzer die Funktion selten genutzt haben.

Meta kann somit einfacher seinen eigenen Werbealgorithmus verbessern und zielgenauere Werbung abspielen. Zusätzlich kann das Unternehmen die neuen Daten für das Training seiner KI verwenden. Die Cybersicherheitsexpertin Victoria Baines, Professorin für Informationstechnologie am Gresham College, meint: "Soziale Medien monetarisieren unsere Kommunikation – unsere Beiträge, Likes und Nachrichten –, um gezielte Werbung ausspielen zu können."