Genialer Gegner

Wird WhatsApp vom Thron gestoßen?

23.02.2016

Konkurrent gewinnt 350.000 User pro Tag und knackte die 100-Millionen-Marke.

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© Getty Images / Telegram
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Muss sich WhatsApp nun warm anziehen? Der Konkurrent Telegram, der mit verschlüsselter Kommunikation wirbt und schon bisher zu den beliebtesten Messenger-Diensten der Welt zählte, hat nun die Marke von 100 Millionen Nutzern geknackt. Noch beeindruckender klingt jedoch diese Zahl: Jeden Tag kämen derzeit 350.000 weitere hinzu, sagte Gründer und Chef Pawel Durow auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Täglich würden 15 Milliarden Mitteilungen verschickt.

Abstand zur Nummer 1 wird kleiner
Telegram, dessen Logo an einen Papierflieger erinnert, ist damit zwar immer noch deutlich kleiner als etwa WhatsApp mit einer Milliarde Nutzern und 42 Milliarden Nachrichten pro Tag, kann jetzt aber offiziell als ernstzunehmender Player in dem Markt gelten. Und sollten die Nutzerzahlen weiterhin so rasant zulegen, könnte es tatsächlich einmal zu einem Duell um die Krone kommen. Dafür müsste für den Herausforderer aber wirklich alles passen. Und selbst dann würde es noch eine ganze Weile dauern. Ein Grund für den Telegram-Boom könnte die zuletzt verstärkt vorangetriebene Verzahnung von WhatsApp und Facebook sein, die bei vielen WhatsApp-Nutzern aufgrund des Datenschutzes nicht allzu gut ankommt.

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Pawel Durow beim Mobile World Congress 2016. Bild: (c) Reuters

Nicht alles eitel Wonne
Dem Dienst war vor einigen Monaten vorgeworfen worden, kaum etwas gegen Propaganda der Terrororganisation IS zu unternehmen. Seitdem werden solche Profile jedoch gelöscht . Zugleich kritisierten einige IT-Sicherheitsexperten aber auch, die bei Telegram selbst entwickelte Verschlüsselung sei nur lückenhaft umgesetzt. Durow gründete zuvor den russischen Facebok-Klon VKontakte, bei dem er jedoch unter unklaren Umständen die Kontrolle verlor, laut Medienberichten unter dem Druck des Kreml.

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Durows Meinung zu Apple gegen das FBI
Im Streit zwischen Apple und der US-Regierung um das Entsperren von iPhones unterstütze er die Position von Konzernchef Tim Cook, sagte Durow der "Financial Times". Telegram habe kein festes Hauptquartier, um "unnötigen Einfluss" zu vermeiden. Stattdessen zögen er und seine rund 45 Mitarbeiter regelmäßig von einem Ort zum anderen und hätten auch schon von New York, San Francisco, London, Berlin und Paris aus gearbeitet.

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