First Lady

Adieu, schöne Carla Bruni

08.05.2012

Bald ist Bruni keine "Première Dame" mehr. Ihre Chance auf ein neues Leben.

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Er hat sein Amt verloren, sie ihre Schönheit. Die Präsidentschaftswahl hinterlässt bei Erfolgsmensch Nicolas Sarkozy (57) und Ehefrau Carla Bruni (44) ihre Spuren. Spätestens bis 15. Mai müssen sie aus dem Élysée-Palast ausziehen. Nach der Amtsübergabe lässt sich Frankreichs neue Nummer eins, François Hollande (57), bei einem Auto-Corso von seinen Wählern (53 Prozent) feiern, während Sarkozy im Schatten seine Koffer packt.

Offen bleibt die Frage, wie sich die Niederlage auf die Ehe mit dem Ex-Model auswirken wird. Sie hatte längst von ihrer Rolle als "Première Dame“ der Grande Nation das operierte Näschen voll. Und das sah man der einstigen Stil-Ikone auch an. Schlabberpullis, unfrisierte Haare und ein blasses Gesicht – was ist bloß aus "der Bruni“ geworden? Aufgespritzte Wangen, Katzen-Augen – an Carla erinnert kaum mehr etwas an die weltberühmte Schönheit.

Drama
Das ließ nicht nur in Frankreich die Gerüchte hochkochen. Leidet die Schöne nach der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter Giulia an einer Depression? Oder zerbrach die sensible Sängerin an der ständigen Kritik? Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Der Druck der Öffentlichkeit war jedenfalls enorm. Brunis Glamour-Look wurde im Wahlkampf für Sarkozy zum Debakel. Deshalb steckten sie seine Spin-Doctors in H&M-Klamotten. Statt Designer-Heels trug sie Turnschuhe. So hatte sich die Italienerin ihr Leben als First Lady sicher nicht vorgestellt.

Fast trotzig ließ sie bereits vor zwei Jahren wissen, dass ihr an einer zweiten Amtszeit samt Damenprogramm "nicht wirklich“ etwas liege. Kurz vor der Wahl ging sie gar noch weiter: "Seit meiner Hochzeit mit Nicolas hat man über mich nur Lügen und Mutmaßungen verbreitet.“ Die Auftritte ihres Mannes sind längst nur mehr eine Pflichtübung. "Wenn ich das nicht tun würde, würde ich ihn nicht mehr sehen“, meinte sie zynisch.

Kontroversiell
So groß ihre Liebe zueinander sein mag, politisch passten der konservative Politiker und die Künstlerin nie zusammen. "Ich bin eher links“, erklärte Bruni und verärgerte damit Sarkozys Wählerschaft. Prompt wurde ihr ein Maulkorb verpasst. Gerade ihr, der die Freiheit das größte Gut war. Geboren in ­eine reiche Industriefamilie, genoss Bruni seit ihrem 19. Lebensjahr als Topmodel das "Dolce Vita“ in vollen Zügen. Stars wie Mick Jagger und Eric Clapton zählen zu ­ihren Liebhabern. Selbst noch als First Lady sang sie auf ihrem Album "Comme si de rien n’était“ trotzig: "Ich bin ein Kind, trotz meiner 40 Jahre, trotz meiner 30 Liebhaber.“ Wieder hagelte es Kritik.

Bruni zog sich immer mehr zurück, vor allem seit der Geburt von Tochter Giulia (7 Monate). Ihr Privatleben in ihrem Pariser Stadtpalais wurde zum Heiligtum. "Es wird keine Fotos von Giulia geben“, verkündete sie. Zuletzt ließ Bruni aufhorchen, als sie sich in einem Interview mit der Kunstfigur Lady Gaga verglich. Die Fassade, die bei der Pop-Königin aber durch Styling erzeugt wird, wollte Bruni durch Schönheitschirurgie erschaffen.

Starke Frau
Ihr Leiden hat in einer Woche ein Ende – dann zieht François Hollande in den Élysée-Palast ein. Mit ihm die neue „Première Dame“ von Frankreich: Valérie Trierweiler. Sie ist das Gegenteil der exzentrischen Bruni. Die 47-Jährige hat aber nicht weniger Stoff für Klatschspalten zu bieten. Für die Karriere ihres Lebensgefährten – verheiratet sind die beiden nicht – opferte die renommierte Polit-Journalistin ihren Job beim Magazin "Paris Match“. Vor ­allem ihre drei Kinder im Teenageralter aus einer früheren Beziehung könnten für Zündstoff sorgen. Doch Trierweiler (Spitzname: "Rottweiler“) gilt als tough. Im Gegensatz zu Bruni wuchs Trierweiler mit fünf Geschwistern in einfachen Verhältnissen bei ­Angers auf. Der Vater ein Kriegsinvalide, die Mutter Kassiererin an einer ­Eisbahn.

Auf jeden Fall wolle sie weiter arbeiten. Und fürchtet auch, ihre "Freiheit zu verlieren“. Davon kann Carla ein Lied singen.

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