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Modeerbe verschollen: Fluch der Missonis

15.01.2013

Modeerbe Vittorio Missoni ist verschollen. Eine private & berufliche Tragödie.

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© Getty Images
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Ein italienischer Modezar verschwindet auf einem Kurzflug vor der Küste Venezuelas. Ein Familienklan sucht verzweifelt einen seiner wichtigsten beruflichen wie privaten Mitstreiter, ein Land eines seiner prominentesten Aushängeschilder. Klingt ein bisschen nach tragischem Kino-Blockbuster, ist aber bittere Realität: Seit 5. Jänner fehlt von Vittorio Missoni (58) und seiner Ehefrau Maurizia Castiglioni jede Spur. Das Paar verbrachte die Weihnachtsfeiertage auf den Los-Roques-Inseln. Beim Rückflug nach Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, verschwand ihr Kleinflugzeug mit insgesamt sechs Insassen kurz nach dem Start vom Radarschirm. Seither: Funkstille.

Abenteuerliche Theorien machten weltweit die Runde: Ein Absturz gilt als wahrscheinlichstes Szenario, aber auch eine Entführung, etwa durch Drogenbosse, sei nicht ausgeschlossen, heißt es.

Doppelte Katastrophe
Für die italienische Familie um Firmenpatriarch Ottavio Missoni (91) jedenfalls, die mit ihrer Strickmode und dem markanten Zickzack-Style schon Promis wie Madonna und Jennifer Lopez einkleidete, ist Vittorios Verschwinden nicht nur eine menschliche Tragödie, sondern auch ein herber beruflicher Schlag. Der 58-Jährige leitet gemeinsam mit seinem Bruder Luca (56) und seiner Schwester Angela (54) das Modeimperium, gilt als Firmenkopf. Der Gründersohn ist fürs Marketing zuständig, half, neue Filialen in der ganzen Welt zu eröffnen und das Sortiment um Parfums und eine Hotelkette zu erweitern. Sein Spezialgebiet ist Asien, 2013 wollte er nach China expandieren.

Fragt sich nun, wer soll Vittorio zumindest übergangsweise in der Firma vertreten? Schwester Angela ist Kreativchefin, auch Luca gilt nicht eben als Marketingexperte. Vittorios Söhne Ottavio junior, Marco und Giacomo wiederum sind gerade erst dabei, ins Familienunternehmen einzusteigen. Ein Fulltime-Comeback des Firmengründers Ottavio? Mit 91 Jahren ausgeschlossen.

Firmenkrise
Bei den Missonis herrscht Krisenstimmung, auch wenn man nach außen versucht, den Schein der Normalität zu wahren. Die Geschäfte sind nach den Feiertagen wieder angelaufen, gerade wurde eine neue Modekollektion präsentiert. Firmengründer „Tai“ Ottavio hat sich währenddessen samt Verwandtschaft in seinem Anwesen in Sumirago, nördlich von Mailand, verschanzt. Die Journalisten campen vor seiner Haustür, der sonst so redselige Patriarch schweigt. Luca wiederum hat sich den Suchtrupps in Venezuela angeschlossen. Bislang vergeblich. Zu Redaktionsschluss galt sein Bruder immer noch offiziell als vermisst.

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