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Robbie Williams ist nicht mehr der Alte

04.12.2012

Neues Album, neue Tour und ein neues Leben: Robbie Reloaded.

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© Getty Images
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Robbie Williams war blutjung, als er im Pop-Business landete und er gab alles. Als er nach sechs Jahren (da war er gerade mal 21 Jahre alt) aus der Boyband Take That ausstieg, hatte er schon mehr erlebt als manch anderer bis zu seiner Pensionierung. Und er hatte gewaltige Probleme mit Depressionen, Alkohol, Drogen und Groupies.

Wie schlimm es um ihn stand, erkannte er damals nicht. Statt nach dem Take That-Ende also erst einmal eine wohlverdiente und dringend nötige Pause einzulegen, stürzte Robbie sich auf das Projekt Solokarriere: Jedes Jahr ein Album und ein Rockstar-Lifestyle ohne Rücksicht auf Verluste – er bewegte sich im Eiltempo auf den Abgrund zu! „Manchmal bin ich in der Früh aufgewacht, in die Küche gegangen, habe mir das Chaos angesehen und versucht, mich zu erinnern, was zum Teufel eigentlich passiert ist“, schilderte er seine wilden Zeiten mit „verdammt viel Sex“ in der Zeitschrift Gala.

Rückzug
Das hätte ein sehr böses Ende nehmen können. Aber dann hatte er einen guten Einfall: Robbie beschloss nach Los Angeles ziehen. Ein neues Leben in einem Land, in dem ihn kaum jemand kennt, wo er sich auf die Straße wagen kann, ohne dass kreischende Fans hinter ihm herlaufen und die Paparazzi ihm ständig auf den Fersen sind. Wie richtig diese Entscheidung war, zeigte sich, als er dort auch noch seine große Liebe fand: Ayda Field (33), mit der er seit zwei Jahren verheiratet ist, und von der Robbie sagt: „Meine Frau hat mich gerettet.“ Durch sie habe er gelernt, dass er monogam sein und sich voll und ganz einer Person hingeben kann.

Endlich glücklich! Das kostete Robbie Williams voll aus – und pfiff auf die Musik. „In den letzten fünf Jahren war ich im Kopf nicht hundertprozentig bei meiner Karriere. Mir fehlte die Energie, der Antrieb – der Sch*** hat mich gelangweilt“, sagte er in Business Punk, warum es so lange ruhig um ihn war.

Robbie Reloaded
Das war schön. Aber jetzt reicht es ihm langsam und Robbie will wieder ein großer Star sein. Sein neues Album ist auf dem Markt und kann gleich als Kampfansage verstanden werden: Take the Crown – er will sich seine Pop-Krone zurückholen. Die Kritiken sind zwar nicht gerade überwältigend (glatt, gefällig, wenig innovativ), aber wen kümmert’s? Herrn Williams jedenfalls nicht. Statt sich zu grämen, setzte er zum nächsten Schlag an und unterstrich das Vorhaben, seinen Platz am Popthron wieder zu erobern mit einem dreitägigen Konzertmarathon in der Londoner O2-Arena; eh klar, mit Krone am Kopf.

Noch bevor die Begeisterung über sein Bühnen-Comeback abflaute, verkündete der 38-Jährige, dass er auch bald wieder auf Tour gehen will und inszenierte das als medienwirksames Spektakel: Einen Tag vorher ließ Robbie seine Fans via Twitter bereits wissen, dass er eine große Ankündigung zu machen habe. Die einberufene Pressekonferenz wurde dann auf seiner Homepage live übertragen. Ab 19. Juni geht es einmal quer durch Europa und – hurra! – Wien ist auch dabei. Am 17. Juli gastiert Robbie Williams nach sechsjähriger Abwesenheit in der Krieau.

Für seine Fans ist er ganz der Alte und will auf der Bühne alles geben. Nur nachher ist nichts mehr wie früher. Sex, Drugs & Rock’n’Roll, das gehört der Vergangenheit an. Heutzutage düst Robbie lieber blitzschnell nach Hause zu Frau und Kind, nimmt seine Tochter Teddy (zwei Monate) in den Arm und schaut Fußball.

Ist die Party für Williams vorbei? „Nein“, sagte er dem ORF kürzlich, er feiere eben auf eine andere Art. Auf der Couch sitzen und fernsehen, das ist für ihn jetzt eine Party. Deswegen sollen Ayda und Teddie ihn auch nach Wien begleiten, zu seiner privaten Aftershow-Party.

Windelchef
Robbie hat den Boden unter seinen Füßen gefunden. Aus dem unberechenbaren Egozentriker wurde ein Familienvater, der stundenlang über sein Baby erzählen kann – über die Schrecken der Geburt, darüber dass er beim Windelnwechseln der Chef ist und über die Freuden eines Bäuerchens.

Ein bisschen weichgespült klingt der neue Robbie – privat wie beruflich – aber kein Stück weniger sexy!

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